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Ein Robur-Denkmal für den Löbauer Platz?

© Fotomontage: privat

Dem verkehrsreichen Ort fehlt es an Charme. Anlieger wollen das ändern. Ein erster Versuch ist 2012 gescheitert.

Von Mario Heinke

Zittau. Wenn Lars Höger am Tor seines Betriebsgeländes steht und auf den Löbauer Platz schaut, sagt er: „Hier muss was passieren.“ Der Platz ist ein Ort, der keiner ist. Der Verkehr strömt aus allen und in alle Richtungen. Die sich kreuzenden Straßen sind ein bevorzugtes Ziel der Fahrlehrer.

2014 hat sich Höger gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Radoslaw Spychalski auf dem Grundstück des alten Zollhauses mit der Firma „Mega Holz“ niedergelassen. Die ehemalige Stallmeisterei haben sie saniert. Das im Jahre 2007 abgebrannte Zollhaus hingegen war nicht mehr zu retten und wurde abgerissen. Das Betriebsgelände des Holzhandels ist so weit fertig. Die durch den Abriss des Zollhauses entstandene Freifläche an der Ecke zum Löbauer Platz wollen die Unternehmer begrünen, wenn klar ist, was aus dem Platz wird. „Wir könnten einen kleinen Park anlegen“, sagt er. Beim Nachdenken über die Gestaltung des Platzes kam dem Zittauer die Idee: „Ein Robur-Denkmal müsste auf den Platz.“ Höger stammt ursprünglich aus Düsseldorf, lebt seit seinem Studium in Zittau und kennt den Lkw „Robur“ inzwischen gut. Er spürt, dass der Fahrzeugbau in der Stadt tiefe Spuren hinterlassen hat, von Hiller, über Phänomen bis Robur. „Ein Robur auf einem Sockel, das wäre ein echter Hingucker“, so der Unternehmer. Freunde und Bekannte, denen er davon erzählte, fanden die Idee gut, erzählt er. Mit Park und Denkmal könnte aus einem Un-Ort wieder ein attraktiver Platz werden, der Gäste angemessen begrüßt. Höger und Spychalski suchen jetzt Gleichgesinnte, wollen mit Vereinen reden, die sich des Projektes annehmen.

Die Idee, die Verkehrsinsel mit Kunst oder einem Objekt zu gestalten ist nicht ganz neu. 2012 wollte der Leipziger Künstler Marcus Jansen anlässlich der 18. Europäischen Senioren Leichtathletik-Meisterschaften in Zittau auf der Verkehrsinsel eine rote Lattenkonstruktion stellen, die Silhouetten von Marathonläufern zeigt. Das Kunstprojekt „Rote Welle“ scheiterte zunächst am städtischen Geldbeutel, obwohl der Leipziger den von der Stadt ausgelobten Wettbewerb gewonnen hatte. Jansen wollte mit seiner Installation den Raum wieder für den Fußgänger erschließen, hinter der Holzlattung eine private Zone sowie eine Aussichtsplattform schaffen und gleichzeitig ein weit sichtbares Signal für den Sport setzen. Später wurde die Installation in abgespeckter Form von einem Bildungsträger und der Arbeitsagentur umgesetzt. So steht die „Rote Welle“ am Eingang des Weinauparkstadions, anstatt auf dem Löbauer Platz. Dass der verkehrsreiche Platz neu gestaltet werden sollte, stellte die Verkehrsunfallkommission des Landkreises bereits im Jahre 2008 fest, nachdem es dort zehnmal gekracht hatte. Die Kommission schlug damals einen Kreisverkehr vor, um die unübersichtliche Verkehrssituation zu entschärfen. Passiert ist seitdem allerdings nichts. Kreisverkehre haben bekanntermaßen in der Mitte eine Insel, auf der ein markantes Objekt stehen könnte.

Thorsten Walkstein, Vorsitzender des Vereins „Tradition und Zukunft Zittau“ (TuZZ), findet die Idee mit dem Robur-Denkmal deshalb „gar nicht schlecht“. Der Verein befasst sich mit der Stadtentwicklung und setzt sich für aktive Bürgerbeteiligung ein. Er sagt: „Wir sollten über die Gestaltung des Platzes diskutieren und die Ideen der Bürger einsammeln, bevor die Planungen beginnen.“