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Ein Rückfall in alte Fehler

Die Dresdner Eislöwen können ihre Personalsorgen gegen Ravensburg nicht überspielen.

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© Thomas Heide

Von Alexander Hiller

Der Trainer redet gar nicht erst lange drumherum. „Mir san jetzt wieder doa zurückgfoalln wie oam Oanfoang“, sagt Franz Steer in bayrischer Mundart nach der 2:5-Niederlage seiner Dresdner Eislöwen gegen Ravensburg vom Freitagabend.

Soll heißen: Fehlerbehaftet sind die Eislöwen mal in die Saison gestartet. Seither hatte sich in puncto Fehlervermeidung eigentlich einiges entwickelt. Dachte zumindest auch Trainer Steer. Davon war gegen Ravensburg jedoch gar nichts mehr zu erkennen. Bei jedem der fünf Gegentreffer ging ein gravierender Fauxpas der Gastgeber voraus. „Jeder stürzt irgendwo herum. Aber das war natürlich auch irgendwo dem Kräfteverschleiß geschuldet“, sagt Steer.

Durch die verletzungsbedingten Ausfälle der Verteidiger Steve Hanusch (Schulterprellung) und Petr Macholda (Schulter-OP, voraussichtlich fünf Monate Pause) verfügen die Sachsen derzeit nur über fünf einsatzfähige Abwehrspieler – optimal wären mindestens sieben. Die Statistiken bestätigen die Meinung des 59-jährigen Coaches. „Wir machen ja Aufzeichnungen, wie lange unsere Spieler jeweils auf dem Eis sind. Und das ist bei derzeit nur fünf Verteidigern einfach zu viel. Da müssen wir uns etwas einfallen lassen“, erklärt Steer. Etwa, dass der vielseitig einsetzbare Steven Rupprich als gelernter Stürmer aushilft.

Kapitän Kramer fordert Cleverness

Oder aber, die Eislöwen finden eine kurzfristige Lösung. Steer kündigte zumindest an, in der Woche könne ein Spieler via Tryout-Vertrag auf Probe in Dresden vorspielen. Wie dem auch sei, die Elbestädter müssen so schnell wie möglich wieder in die Spur zurückkehren, die sich gegen Ravensburg kurzfristig verlassen haben. Denn in den Partien gegen Bad Nauheim und auch bei der knappen Niederlage in Crimmitschau aus der Vorwoche wähnte Steer sein Team spielerisch auf dem richtigen Weg.

Den Rückfall vom Freitag vermag auch Kapitän René Kramer nicht gänzlich zu erklären. „Die einfachen Fehler“, hadert der 29-Jährige, „hatten wir eigentlich schon abgestellt. Es war nicht so, dass Ravensburg uns dazu gezwungen hätte. Wir haben alle fünf Gegentreffer selbst vorbereitet. Das war zu viel. Daran müssen wir arbeiten. Wir haben ja gewusst, dass Ravensburg schlecht in die Saison gestartet ist. Da müssen wir in gewissen Situationen smarter sein“, kommentierte der Verteidiger, der mit einem herrlichen Schlagschuss das zwischenzeitliche 2:3 erzielt hatte.

Team muss enger zusammenrücken

Dass nun offenbar auch Matt Siddall mit Adduktorenproblemen mindestens für einige Tage ausfallen wird, macht die Fehleranalyse bzw. die Beseitigung dieser letztlich fatalen Schnitzer nicht einfacher.

„Uns fehlen jetzt drei Routiniers, Stammspieler. Das muss die Mannschaft auffangen, wir müssen noch enger zusammenrücken“, betont René Kramer und ergänzt: „Ich hoffe nicht, dass noch mehr passiert, denn dann wird es langsam eng – für den Style, den wir spielen“. Den wollten die Eislöwen am Sonntagabend in Bayreuth wieder zeigen. Was auch gelang. Beim 6:3 (2:0, 3:2, 1:1) war Stürmer Martin Davidek mit drei Treffern (5., 30., 47 Minute) der Mann des Abends.