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Ein Sauerländer für die Centrum-Galerie

Der neue Chef Dirk Fittkau schätzt flotte Sprüche und schnelle Taten. Zum Amtsantritt gibt es positive Nachrichten.

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© Sven Ellger

Von Juliane Richter

Dirk Fittkau findet Dresden nicht nur spannend, sondern auch „unglaublich geil“. Die Neustadt hat es ihm angetan, Striesen aber genauso. Dort hat er sich gestern eine möblierte Wohnung angeschaut und will Nägel mit Köpfen machen. Hinziehen, ankommen, weiterarbeiten. Fittkau, 44 Jahre und von Geburt Sauerländer, ist neuer Chef der Centrum-Galerie.

Im Portfolio des Konzerns sei das „die geilste Bude“. Fittkau mag es flapsig und direkt – kann aber auch ganz seriös. Denn immerhin trägt er einen Doktortitel. An der Universität Göttingen hat er 2004 zu regionalen Kaufkraftströmen, die durch eine Autobahnanbindung beeinflusst wurden, promoviert. Für die Centrum-Galerie hat er deshalb nicht nur die Dresdner Kunden im Blick, sondern vor allem auch die Polen und Tschechen. Da sieht er weiteres Potenzial, um die Kundenfrequenz nach dem Großumbau noch weiter zu steigern. 30 Millionen Euro hatte der Vorbesitzer Corio bis zur Neueröffnung vergangenes Jahr ausgegeben. Viele neue Läden mit überwiegend jungen Marken sind seitdem eingezogen. „Das Center ist gut gestartet, aber Sie müssen es auch dauerhaft oben halten“, sagt Fittkau. Unter der Woche sind ihm zufolge täglich etwa 30 000 Menschen auf den drei Ebenen unterwegs, an Wochenenden zuletzt bis zu 65 000. Auf einer der bisher noch leeren Flächen soll morgen der Kindermodenladen „Orchestra“ eröffnen. Mitte Juni macht die Sächsische Eismanufaktur einen zweiten Standort innerhalb des Centers auf und auch ein Taschenladen soll bald folgen. Weitere Verträge würden laut Fittkau gerade geschlossen.

Der 44-Jährige hat zuvor ein Center in Hildesheim geleitet und im Februar die Centrum-Galerie interimsweise übernommen, nachdem sein Vorgänger Stefan Dorster unerwartet gegangen war. Ursprünglich wollte Fittkau in Hildesheim bleiben, auch weil seine Frau samt einjährigem Sohn im nahen Göttingen lebt. Das Angebot des neuen Centereigentümers, dem französischen Konzern Klépierre, die Geschäfte in Dresden dauerhaft zu leiten, habe er aber nicht ausschlagen können. Einiges hat er in der kurzen Zeit schon bewegt, zum Beispiel aktualisierte Lagepläne und neue Hinweisschilder. Zehn Jahre arbeitet er bereits im Einzelhandel, darunter auch bei Nanu Nana und der Metro. In Dresden will er gern länger bleiben. Ob das klappt, wird sich zeigen. Seit der Centereröffnung 2009 ist er der siebte Manager.