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Ein schönes Hippie-Haus fehlt noch

Marion Aha aus Berlin sucht derzeit nach Drehorten für den zweiten Teil von „Wolfsland“ – auch für eine bizarre Waldszene.

© Daniela Pfeiffer

Von Daniela Pfeiffer

Görlitz. Kommissar Butt plagen wirre Träume. Jemand jagt ihn. Für diese Szene braucht Marion Aha noch die perfekte Kulisse. Die Berlinerin wird beim zweiten Teil des MDR-Krimis „Wolfsland“ Aufnahmeleiterin sein und sucht als solche im Vorfeld auch sämtliche Drehorte. Vom 28. März bis 28. April soll wieder in Görlitz und im Umland gedreht werden. Erneut spielen Yvonne Catterfeld und Götz Schubert die Kommissare.

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Seit zehn Tagen klappert Marion Aha dafür Königshain, Wiesa, Schöpstal und Thiemendorf ab, um zu finden, was sich die Regie wünscht. Unter anderem ein schickes Häuschen, in dem im Film eine Familie wohnt. Oder ein „warmes, süßes Einfamilienhäuschen“, das für einen Drehtag das Zuhause eines Film-Pärchens sein soll.

Mehrere Szenen sollen im Wald spielen. Nicht von ungefähr lautet der Arbeitstitel des Films: „Tief im Wald“. Wald gibt es im Görlitzer Umland reichlich. Also wo ansetzen? Da verlässt sich die 44-jährige Drehortsucherin auf die Tipps von Einheimischen. Die haben die felsige Steinbruchlandschaft zu Füßen des Königshainer Hochsteins empfohlen. Hier, rund um das Granitabbaumuseum gibt es schließlich alles, was sich zumindest Laien gut für einen Krimi vorstellen können: etwa die alten Ruinen der Steinbruchgebäude, wie die ehemalige Schmiede oder die Stellmacherei. Dazu Felsen wie der Totenstein, viele Steinbrüche. Marion Aha ist begeistert. „Wow“, sagt sie an dem Steinbruch, den die Königshainer Bruch II nennen, „da könnte man schön eine Leiche hinlegen“. Von jeder Szenerie, die sie sich für den Film vorstellen kann, macht sie eifrig Fotos. Ihre Kamera klickt oft an diesem eisigen Morgen. Aber auf das Wetter kann sie keine Rücksicht nehmen. Werden eben zwei Paar Thermounterhosen angezogen.

Zwei Wochen ist sie da, zieht durch, wie sie sagt. In aller Herrgottsfrühe verlässt sie ihre Pension und schickt noch kurz vor Mitternacht die letzten Fotos des Tages an ihre Chefin, die Szenenbildnerin Monika Nix. Sie ist diejenige, die die Vorentscheidung trifft. Ihre Auswahl geht an Regisseur und Produzenten, die sich später auf der sogenannten Motivtour alles vor Ort anschauen. Für jedes Haus müsse sie etwa zehn Vorschläge machen, damit das eine, perfekte am Ende dabei ist, sagt Marion Aha. Schwer fällt ihr das hier im Görlitzer Umland nicht. Dass hier jeder jeden kennt, fasziniert sie. Mit wem sie auch spricht, es gibt immer noch einen neuen Tipp, wer noch das passende Häuschen haben könnte.

Nur auf Empfehlungen verlassen kann sich Marion Aha aber nicht. „Ich laufe jede Straße ab, vielleicht steht ja gerade am äußersten Dorfrand unser Haus.“ Dann gilt es, auf die Bewohner zuzugehen. Marion Aha klingelt, sagt ihr Sprüchlein auf und hinterlässt ihre Daten. Beim ersten Mal das Haus gleich zeigen lassen, lehnt sie ab. Die Leute sollen gründlich überlegen, ob sie das wirklich wollen. Wer sich dann bei ihr meldet, hat das in der Regel getan. „So was sollte man nicht des Geldes wegen tun, so viel gibt es nicht“, sagt sie. „Die Leute müssen es dem Film zuliebe machen, der Aufregung wegen, ihr Haus im Fernsehen zu entdecken.“

So ist inzwischen die Drehort-Auswahlliste für den neuen Krimi recht lang geworden. Auch mehrere Görlitzer Restaurants stehen drauf, die bereit wären, für den Dreh zwei Tage zu schließen. Nur das eine fehlt noch: ein Haus aus den 1950er-Jahren, „verwildert und heruntergekommen von außen, von innen Hippie-mäßig eingerichtet.“ Das bräuchten sie für drei Drehtage. Es scheint auf ihrer Suche dieser Tage die größte Herausforderung für Marion Aha zu sein.

Vorschläge per Mail an: [email protected]