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Ein schwarzer Tag

Kurz hintereinander sind zwei schwere Unfälle passiert. Dazwischen gibt es einen tragischen Zusammenhang.

© Symbolbild: ZB

Von Yvonne Popp

Es war ein tragischer Abend am letzten Märzsonntag 2014 in Dippoldiswalde. Binnen kurzer Zeit sind zwei schwere Unfälle passiert. In Dippoldiswalde hat ein Autofahrer einen Motorradfahrer angefahren und schwer verletzt. Wenig später hat in Naundorf ein Autofahrer zwei Fußgänger zu Tode gefahren. Zwischen beiden Unfällen gibt es einen Zusammenhang. Über den Unfall in Dippoldiswalde hat das Amtsgericht in Dippoldiswalde jetzt verhandelt. Dabei hat ein Autofahrer aus Dippoldiswalde, der in Freital arbeitet, an der abknickenden Vorfahrt, wo sich die Weißeritzstraße und die Talsperrenstraße mit der Großen Mühlstraße kreuzen, einen schweren Fehler gemacht. „Es tut mir aufrichtig leid, was da passiert ist. Wenn ich könnte, würde ich es ungeschehen machen.“ Niedergeschlagen berichtet er, dass er sich nicht erklären kann, wie es zu dem schweren Unfall kommen konnte.

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An jenem Unglückssonntag war der 31-Jährige auf der Weißeritzstraße in Dippoldiswalde mit seinem Pkw unterwegs. Als er geradeaus in die Talsperrenstraße weiterfahren wollte, hatte er die Vorfahrt missachtet und war mit einem Motorradfahrer zusammengestoßen. Der Biker stürzte schwer und zog sich zum Teil komplizierte Knochenbrüche an Bein, Schulter und Handgelenk zu. Für dieses Vergehen hat der Autofahrer inzwischen einen Strafbefehl bekommen, mit einer Geldstrafe und zwei Monaten Führerscheinentzug. Gegen dieses Urteil hatte er aber Widerspruch eingelegt. Deswegen musste sich der Maler nun vor dem Amtsgericht Dippoldiswalde wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

„Mein Mandant bestreitet die Schuld an dem Unfall nicht“, sagt der Anwalt des Angeklagten zu Beginn der Verhandlung. Weiter teilt er dem Gericht mit, dass dieser auch die Geldstrafe für berechtigt und angemessen erachtet. „Ihm geht es hier lediglich um das zweimonatige Fahrverbot“, betont der Verteidiger. Denn um seinen Job in Freital weiter ausüben zu können, sei sein Mandant auf den Führerschein angewiesen. Er nehme daher auch eine höhere Geldstrafe in Kauf, wenn das Gericht im Gegenzug bereit wäre, das Fahrverbot auszusetzen.

Nicht zuletzt, weil das schwer verletzte Unfallopfer mehrfach – darunter auch in einem Schreiben an das Gericht – kein Interesse an einer Strafverfolgung des Autofahrers bekundet hatte, war das Gericht bereit, das bereits verhängte Urteil zu überdenken. Für den Angeklagten sprach zudem, dass er sich nicht nur an der Unfallstelle sofort und sehr gut um den Schwerverletzten gekümmert, sondern ihn auch in der Folgezeit mehrfach im Krankenhaus besucht hatte.

„Gänzlich von der Schuld befreien können wir Sie aber nicht“, sagt Richterin Daniela Höllrich-Wirth. „Zu schwer sind hier die Verletzungen, die Ihr Unfallgegner davongetragen hat.“ Dazu komme noch, erklärt sie weiter, dass dem verunglückten Motorradfahrer keine Mitschuld am Unfall nachgewiesen werden konnte. Am Ende hebt sie, wie von Staatsanwalt und Verteidiger vorgeschlagen, die Geldstrafe von 45 auf 55 Tagessätze zu dreißig Euro an und das Fahrverbot dafür auf.

Der noch tragischere Teil dieses Unfalltags in Dippoldiswalde begann dann erst. Eine Angehörige des verunglückten Motorradfahrers rief einen Freund von ihr an, dass er kommen sollte, um ihr beizustehen. Das hat der Angerufene erzählt, als er selbst vor einigen Monaten vor Gericht stand. Er fuhr dann eilends in Richtung Dippoldiswalde und war viel zu schnell durch Naundorf unterwegs. Dadurch ist er mit den beiden Fußgängern zusammengestoßen und hat sie tödlich verletzt. Er wurde dafür zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten Führerscheinentzug verurteilt. (mit SZ/fh)