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Schwieriger Teil der Ortsgeschichte

Die neue Sonderausstellung im Heimatmuseum Neschwitz widmet sich der Zeit von 1933 bis 1945. Die Schau soll erinnern und mahnen.

© Uwe Soeder

Von Kerstin Fiedler

Neschwitz. Es sei ein heikles Thema, was sich das Team vom Heimatmuseum vorgenommen hat. Über die Zeit von 1933 bis 1945 wird nicht gern geredet. Andererseits hatte die Sonderausstellung zum zerstörten Neschwitz eine so große Resonanz, dass sich die Männer nun an eine Weiterführung wagten. Unter dem Titel „Die Lehren von 1933 bis 45 – die Toten und Überlebenden mahnen. Nie wieder Krieg und Gewaltherrschaft“ wurde viel historisches Material zusammengetragen.

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Es ist der kürzeste Zeitabschnitt in der Neschwitzer Geschichte, die ja in diesem Jahr schon auf 750 Jahre zurückblicken kann. „Wir wollten dennoch diesen kurzen, aber prägenden Zeitabschnitt beleuchten“, sagt Dieter Petschel, der Vorsitzende der Kultur- und Heimatfreunde, zu denen das Heimatmuseum gehört. Er ist froh, dass sich Arnd Lehmann federführend um das Material gekümmert hat. Und so sind in den einzelnen Vitrinen nicht nur Zeitabschnitte dargestellt. Es geht auch um verschiedene Themen. So gab es noch eine ganze Weile ein sorbisches Kulturleben im Ort. Ein Foto von 1934 zeigt den gemischten Chor in sorbischer Tracht. Bis 1935, das zeigen die Dokumente, wurde sogar noch von den Handwerkern in Sorbisch geworben, bevor 1937 alle sorbischen Schriften verboten wurden.

Es gibt auch Fotos von der Sanierung der Kirche in Neschwitz im Jahr 1934. Am 26. April 1945 wurde der Kirchturm dann von Wehrmachtssoldaten beschossen. Erst Jahrzehnte später konnte dieser dank vieler Spenden wieder aufgebaut werden. „Wir haben viele Fotos in der Ausstellung, die erstmals öffentlich zu sehen sind“, sagt Arnd Lehmann. Besonders prägende Häuser, die es nun nicht mehr gibt, haben die Vereinsmitglieder großformatig ausgedruckt. Auch das Kapitel Reichsarbeitsdienstlager beleuchtet die Ausstellung. Das befand sich auf dem jetzigen Gelände der Jugendherberge, am Jagdpavillon. „Mit Zeitzeugen haben wir herausbekommen, was in welcher Baracke passierte“, sagt Arnd Lehmann. Aus dem Zeschaer Gemeindenachlass gibt es Dokumente, zum Beispiel eine Anstellungsurkunde. „Damals wurden ja alle nicht linientreuen Mitarbeiter ausgetauscht“, weiß Arnd Lehmann. Eine besondere Tafel widmet sich einem Schauprozess, bei dem ein polnischer Zwangsarbeiter im Wald hingerichtet wurde. Ein Zeitzeugenbericht und die Vita des Polen sind nun in der Ausstellung zu sehen. Ebenso das Buch von Maria Kubasch „Das Grab in der Heide“, das sich darauf bezieht. Geplant ist in diesem Zusammenhang ein Gedenkstein, der an der Stelle der Hinrichtung aufgestellt werden soll.

Die Ausstellung wird am Sonnabend um 16 Uhr mit einer Führung eröffnet. Das Museum hat jeden Sonntag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Zu Ostern ist jeden Tag offen, Karfreitag und Ostersonntag werden Ostereier verziert.

Anmeldung für Führungen: Telefon 035933 30179 oder 30547

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