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Ein Streik muss wehtun

Eltern sollten sich trotz aller Umstände auf die Seite der Lehrer stellen, findet SZ-Redakteurin Julia Vollmer. 

© dpa/SZ

Ein Streik muss wehtun, sonst bringt er nichts. Im Fall des Lehrerstreiks trifft er allerdings nicht den Gegner, den es eigentlich treffen soll, nämlich die Länder als Arbeitgeber, sondern Kinder und Eltern. Die Kinder müssen den Unterrichtsausfall hinnehmen, die Eltern die Betreuung ihres Nachwuchses sicherstellen. Das strapaziert die Nerven.

Dennoch sollten die Eltern auf der Seite der Pädagogen stehen. Denn für ihre Schulbildung haben die Kinder nur eine Chance. Wenn die Kleinen schon in der Grundschule keine motivierten Lehrer haben, die an sie glauben und sie fördern, legt das den Grundstein für eine verkorkste Schulkarriere mit Frust und schlechten Noten. Sicher, Lehrer verdienen mehr, oft viel mehr, als Beschäftigten in anderen Berufen. Dass sie nun noch mehr Lohn fordern, kann man als ungerecht und überzogen empfinden.

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Doch es geht auch um bessere Arbeitsbedingungen, um mehr Anerkennung. Angesichts des gravierenden Lehrermangels sollten sowohl Eltern als auch Länder erkennen, dass sich schnell etwas ändern muss, um auch in Zukunft genügend Personal zu finden. Gerade im Interesse der Eltern sollte es sein, dass sich junge Menschen dafür entscheiden, diesen Beruf zu erlernen und es genügend erfahrene Lehrer gibt, die weiter darin arbeiten wollen.

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Die Bildung unserer Kinder sollte es uns wert sein, für diesen einen Tag im Zweifel die Zwangspause vom eigenen Beruf in Kauf zu nehmen. Nur zufriedene Pädagogen können unseren Nachwuchs so unterrichten, dass es etwas bringt und Spaß macht.

Und die Lehrer sollten bei allem Streikrecht eines nicht vergessen: Streik bedeutet Unterrichtsausfall. Das schadet den Kindern und nicht dem Arbeitgeber. Also bitte die Zahl der Streiktage klein halten.

E-Mail an Julia Vollmer