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Ein Strichcode mit hoher Erfolgsquote

Genetischer Fingerabdruck: Untersuchung von Teilen der Desoxyribonucleinsäure (DNA), dem Träger der menschlichen Erbsubstanz. Dabei werden nur Abschnitte des so genannten nicht codierten Teils der DNA analysiert.

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Genetischer Fingerabdruck: Untersuchung von Teilen der Desoxyribonucleinsäure (DNA), dem Träger der menschlichen Erbsubstanz. Dabei werden nur Abschnitte des so genannten nicht codierten Teils der DNA analysiert.

Diese Sequenzen sind von Mensch von Mensch höchst unterschiedlich. Werden sie aufbereitet ergibt sich eine Art Strich-Code. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Code bei zwei Menschen gleich ist, liegt bei etwa eins zu 500 Millionen.

Für eine solche Analyse reichen den Chemikern schon geringste Spuren – etwa Haare oder Hautteile. Wie beim herkömmlichen Fingerabdruck wird der Strich-Code der Tatortspur mit dem des Verdächtigen abgeglichen.

Seit 1998 werden die genetischen Fingerabdrücke in einer speziellen Datenbank des Bundeskriminalamts gespeichert. Mittlerweile sind dort rund 401 000 Datensätze registriert. In der Datenbank für die herkömmlichen Fingerabdrücke gibt es insgesamt 3,2 Millionen Einträge.

Aufgeklärt konnten durch den genetischen Fingerabdruck bislang 18 000 Straftaten aufgeklärt werden, darunter 371 Tötungs- und 870 Sexualdelikte. Relativ unproblematisch konnte ein genetischer Fingerabdruck auch bislang in einem laufenden Strafverfahren verwandt werden.

Umstritten war aber, unter welchen Voraussetzungen der „Fingerabdruck“ präventiv abgenommen werden konnte. Nötig war bislang eine Straftat von erheblicher Bedeutung. Das soll nun erweitert werden. (dpa)