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Mehr als eine Stunde Unterhaltung

Mit einer Premiere ist der Verein in das neue Veranstaltungsjahr gestartet. Im Sommer ist er zum zweiten Mal Gastgeber des sächsischen Kulturbundtages.

© Dietmar Thomas

Von Heike Heisig

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Leisnig. Kultur in Leisnig anzubieten, das versteht der Kulturbund als seine ureigenste Aufgabe. „Nach dem Jahreswechsel sollte es nun etwas Gemütliches sein“, erklärt Vorsitzende Carla Lichtenstein, wie das Stadtgutstündchen am Sonnabend zustande gekommen ist. Es bot den Besuchern mehr als eine Stunde Unterhaltung und war – genau genommen – ein Angebotspaket. Denn wer sich zu Kaffee und Kuchen Unterhaltung vom Salonorchester „Krambambuli“ gönnte, der konnte danach in der Bibliothek gleich noch Medien tauschen oder sich im Gästeamt den Sächsischen Bergsteiger- und Wanderkalender besorgen. In dem ist die Wandergruppe des Kulturbundes übrigens auch wieder mit ihren Touren erwähnt. Dass die Einrichtungen an einem Sonnabend so lange offen haben, ist nicht üblich.

Eingangs begrüßte Carla Lichtenstein Bernd Mattuschka. Er ist der Sohn von Gerhart Mattuschka, dessen Todestag sich 2018 zum zehnten Mal jährt. Er war ein rühriger Kulturförderer, Geschichts- und Heimatfreund, bekennender Fan des Klosters Buch und Hobbyfotograf. Sein Andenken wahrt der Kulturbund genauso wie das anderer verdienstvoller Leisniger. Dazu gehören Puppenspieler Kotte, Bürgermeister Reschke und Kantor Nagler.

Insgesamt 26 öffentliche Veranstaltungen wie die Stadtgutstündchen hat der Kulturbund im vergangenen Jahr auf die Beine gestellt. Auch für die nächsten Monate ist einiges geplant. Es gibt Filmmusik zu erleben. Wer mag, kann mit Ehrenmitglied Harald Schwenk aus Heidenheim in einem Diavortrag das Tor der Welt entdecken. Das Blütenfest eröffnen Kulturbundgruppen schon traditionell. Sie stellen sich ein paar Tage später am 5. Mai beim 22. sächsischen Kulturbundtag Gruppen aus der Lausitz oder dem Erzgebirge vor. Rund 100 Teilnehmer aus Sachsen werden dazu im Kloster Buch erwartet. Schon in den 1990er-Jahren war die Leisniger Kulturbund-Ortsgruppe einmal Gastgeber dieses Tages.

Unter dem Dach des Kulturbundes agieren die Linedancer und die Seniorentänzer, die Wanderer und Literaturfreunde, der Frauenchor und eine Frauengruppe. Die trifft sich ab 2018 nur noch einmal im Quartal. Das genügt den Teilnehmern. Für 2017 hat die Vorsitzende insgesamt 127 interne Vereinsvereinstaltungen gezählt. „Die Gruppen treffen sich natürlich auch öffentlich. Wer möchte, kann sich den Sängerinnen oder Tänzerinnen jederzeit anschließen“, lädt die Vorsitzende ein. Nachwuchssorgen hat sie noch nicht. Mit 118 Mitgliedern und drei Ehrenmitglieder zählt der Verein immer noch zu den großen Leisnigs.