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Ein total verrücktes Spiel

Stahl Riesa ringt mit zwei Treffern in der Nachspielzeit Kickers Markkleeberg nieder.

Von Jens Jahn

Riesa. Nach dem Abpfiff musste sich der Riesaer Trainer Daniel Küttner erst einmal beruhigen. „Das ist nichts für schwache Nerven. Regelrecht herzinfarktverdächtig. Es war ein Wechselbad der Gefühle.“

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Dass sich die Stahl-Elf am Ende mit einem 4:3 (2:2)-Sieg gegen Kickers Markkleeberg drei wertvolle Punkte für den Klassenerhalt sichern konnte, lag an drei verrückten Minuten in der Nachspielzeit. Als die Gäste insgeheim den Auswärtsdreier schon auf der Habenseite wähnten und Riesa kurz vor einer Nullnummer stand, schlugen Norman Gründler (90.+2) und Philipp Schröter (90.+4) noch zu. Beide Tore glichen sich. Ein Freistoß von der Mittellinie war jeweils der Auslöser. Der Ball wurde hoch in den Strafraum geschlagen, von den Markkleebergern schlecht verteidigt, und Gründler sowie Schröter drückten das Leder über die Linie.

Dabei war nach neun Minuten die Partie schon fast vorentschieden. Ronny Mewes (6.) und Christian Freyer (9.) hatten die Gäste in Führung gebracht. Dazu kamen zwei, drei weitere brenzlige Situationen. Marcus Hesse rettete einmal, Martin Magula holte den Ball von der Linie. „Wir sind in der Anfangsphase überhaupt nicht mit den schnellen Stürmern des Gegners zurechtgekommen. Es wurden gerade im eigenen Spielaufbau viele Fehler gemacht“, sagte Küttner. Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen verordnete der Schiedsrichter in der 25. Minute eine kurze Trinkpause. „Das war wohl unsere Rettung“, erklärte Küttner: „Ich habe den Jungs gesagt, was der Gegner kann, können wir doch auch. Es hat geholfen.“

Paul Kiontke brachte mit einem Doppelpack bis zur Pause seine Elf wieder auf Augenhöhe (31., 39.). Nach dem Seitenwechsel waren zunächst die Kickers wieder tonangebend. Felix Kauerauf sorgte für die erneute Führung (58.). Riesa wurde stärker und erarbeitete sich viele Eckbälle und Freistöße. „Irgendwie war das Spiel ein Spiegelbild dieser Saison. Mal den Schlendrian gezeigt, sich dadurch das Leben schwer gemacht. Dann aber auch mit Charakter die Fehler wieder ausgebügelt. Drei Gegentore daheim sind zu viel, aber dieses Mal hat es doch noch zu drei Punkten gereicht“, zog Küttner sein Fazit.