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Ein Trampolin für den Jugendtreff

Der Verein Regenbogen Bischofswerda hat viel vor im neuen Domizil. Da hilt der Erlös des Laufes mit Herz in Bautzen.

© Carmen Schumann

Von Carmen Schumann

Bischofswerda. Mit seiner strahlend blauen Wand und seinen Graffitis ist das Domizil des Vereins Regenbogen an der Belmsdorfer Straße in Bischofswerda ein richtiger Blickfang. Vor dem Haus gibt es mehrere Sitzgruppen, an denen gegrillt oder ein Lagerfeuer entfacht werden kann. Aber eines vermissen die Kinder und Jugendlichen, die mehr oder weniger regelmäßig hierher kommen schmerzlich: das Trampolin.

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Wie Patrick Wolf, der stellvertretende Vereinsvorsitzende sagt, musste das alte Gerät aus dem Verkehr gezogen werden. Es war ein einfacheres Modell und leider verschlisssen. Deshalb ist er froh, dass mit dem Erlös des Laufes mit Herz unter anderem ein neues Trampolin angeschafft werden kann. Vielleicht wird es sogar ein stationäres, das direkt in den Boden eingelassen wird und somit weniger Unfallgefahr bietet.

Hinter dem Haus soll zudem eine Hecke verschwinden und stattdessen eine Wand aufgebaut werden, auf der sich die jungen Besucher als Graffiti-Künstler austoben können. „Wir wollen eine Art South Side Gallery schaffen“, sagt Patrick Wolf und spielt damit auf die bunt bemalten Mauerreste in Berlin an. Und „South Side“ heißt es deshalb, weil sich der Sitz des Regenbogen-Vereins in Bischofswerda-Süd befindet. Mit dem Geld vom Herzlauf könnten vielleicht auch Graffiti-Workshops organisiert werden. Im Inneren des Gebäudes ist auch noch einiges vorzurichten. Bis jetzt ist der Regenbogen-Verein in dem Gebäude eingemietet. „Wir würden das Haus aber gerne der Stadt abkaufen – da zählt jede Spende!“, sagt Patrick Wolf.

Der Regenbogen-Verein begeht im kommenden Jahr sein 25-jähriges Bestehen. 1993 übernahm der Verein das ehemalige Pionierhaus neben dem Gymnasium mitsamt seinen Arbeitsgemeinschaften. Als dieses baufällig wurde, zog man 2011 in die Kirchstraße um. Das Jugendhaus belegte dort die obere Etage eines Gebäudes, in dem sich unten ein Kindergarten befand. Das funktionierte nicht so richtig. Denn der Eingang des Kindergartens musste stets verschlossen bleiben, was aber frustrierend war für jene, die zum offenen Kinder- und Jugendtreff wollten.

2016 legte die Stadt Bischofswerda nach einer Ausschreibung die gesamte Kinder- und Jugendarbeit in die Hände des Regenbogen-Vereins. Diese besteht aus drei Grundpfeilern. Das ist zum einen das Jugendhaus an der Belmsdorfer Straße. Zum anderen organisiert der Regenbogen-Verein aber auch die Schulsozialarbeit an der Grundschule Süd und an der Oberschule. Zum dritten kümmert sich der Verein auch um die Straffälligen- und Familienhilfe. In diesem Zusammenhang organisiert Sozialarbeiterin Anja Eisenhammer zweimal jährlich eine einwöchige Pilgertour, bei der gewandert wird, aber auch Arbeitseinsätze geleistet werden.

Das Jugendhaus soll zu einer Anlaufstelle und zu einem Ort der Begegnung für viele werden. In lockerer Form soll hier jeder seine Freizeit sinnvoll verbringen können. Der Verein „Mosaika“, der von Russlanddeutschen gegründet wurde, hat bereits signalisiert, Räume für seine Übungsstunden nutzen zu wollen. Aber auch anderen Vereinen könnten die Räume für ihre Veranstaltungen zur Verfügung gestellt werden. Den offenen Treff nutzen an den Schultagen jeden Nachmittag bis zu 15 Kinder und Jugendliche. In den Ferien sind es noch mehr, denn da ist das Haus den ganzen Tag geöffnet. Ab dem 1. Oktober wird die Leitung des offenen Treffs an eine neue Mitarbeiterin übergeben.

Beim Lauf mit Herz in Bautzen, dessen Erlös in diesem Jahr an den Regenbogenverein geht, traten rund 2 000 Schüler aus sechs Schulen an. Bei bestem Wetter drehten die Mädchen und Jungen circa 14 000 Runden im Stadion Müllerwiese. Das entspricht einer Spendensumme von fast 26 000 Euro. Beim Lauf mit Herz starten die Schüler in Dreierteams. Jedes Team hat einen Sponsor, der pro gelaufene Runde mindestens einen Euro zahlt.