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„Ein Traum wird wahr“

Das Geld vom Bund für den Dresdner Fernsehturm könnte der Durchbruch sein. Doch nicht alle teilen die Begeisterung.

© dpa

Von Andreas Weller

Nachdem unter Dresdens Politikern bekannt wurde, dass es für den Fernsehturm Geld aus Berlin gibt, wollen einige am liebsten gleich losbauen. Andere sehen es eher verhalten, weil noch vieles unklar sei. Die Reaktionen:

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„Wir sind auf einem guten Weg“, sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) „Mit diesem Rückenwind aus Berlin können wir zielorientiert weiterarbeiten. Es gibt eine Perspektive für den Dresdner Fernsehturm, und das freut mich als Dresdner ganz besonders.“ Die Machbarkeitsstudie von 2017 und das neue Betreiberkonzept liegen ihm nun vor. „Das wird ein gutes Stück Arbeit, aber wir sind dem Ziel deutlich näher. Mit dieser Finanzierungsoption gibt es die berechtigte Hoffnung, sich auf eine Wiedereröffnung des Dresdner Fernsehturmes zu freuen.“

FDP-Fraktionschef Holger Zastrow wertet es als „historische Chance, die Dresden nutzen muss.“ Es sei kein „Hirngespinst“ mehr. „Ein Traum wird wahr.“ Jetzt müsse die einfache Variante, mit Café im Turm, auch umgesetzt werden.

Auch der Fernsehturmverein, der sich seit Jahren für die Wiedereröffnung einsetzt, jubelt. „Ein ganz großer Tag für uns“, so Sprecherin Barbara Lässig. Der Einsatz, wieder auf das höchste Bauwerk der Stadt zu kommen und damit die wunderbare Aussicht zu genießen, trage die nächsten Früchte. „Es hat lange gedauert“, so Vereinschef Eberhard Mittag. „Nach 15 Jahren Ignoranz bewegt sich endlich was. Der Turm sollte, so schnell es geht, wieder eröffnet werden.“ Er wünscht sich einen ersten Spatenstich am 7. Oktober 2019 – genau 50 Jahre nach der Eröffnung.

„Der Fernsehturm ist ein großartiges architektonisches Dokument der Ostmoderne“, schwärmt Linke-Fraktionschef André Schollbach. „Es wäre wunderbar, wenn er aus seinem Dornröschenschlaf erweckt werden könnte.“ Da viele Dresdner sich das wünschen, ergebe sich daraus ein Auftrag für den Stadtrat und den Oberbürgermeister.

Die Grünen sehen in der Sanierung des Fernsehturms im aktuellen Haushalt „keine Priorität“, sagt Fraktionschef Thomas Löser. Sie würden zumindest jetzt kein Geld dafür bereitstellen. „Für uns sind zunächst Fragen der Förderung des Radverkehrs, die Radverkehrssicherheit und sozialer Wohnungsbau wichtiger.“ Zudem fürchtet er eine deutliche Zunahme des Autoverkehrs in Wachwitz, also im Umfeld des Turmes. Geklärt werden müsse zunächst, wie die Betreibung finanziert wird. „Ein wiedereröffneter Fernsehturm nützt Dresden wenig, wenn er nach drei Jahren ein dauerhaftes Zuschussgeschäft wird“, sagt Löser.

„Überrascht und zugleich irritiert“ beschreibt CDU-Fraktionschef Jan Donhauser seine Reaktion auf die Nachricht aus Berlin. „Wir kennen weder das Betreiberkonzept, welches der möglichen Förderung zugrunde liegt, noch die Überlegungen, wie die Stadtverwaltung einen städtischen Anteil in Millionenhöhe finanzieren will. Deshalb fordere ich die Verwaltung auf, die Karten unverzüglich auf den Tisch zu legen.“ Erst dann sei eine fundierte Bewertung und seriöse Positionierung möglich.

„Die SPD hat sich in den Diskussionen frühzeitig positioniert, dass ein städtischer Zuschuss zum Erhalt und der Sanierung des Fernsehturms durchaus denkbar wäre“, so Fraktionschefin Dana Frohwieser. „Aber nur, wenn beispielsweise auch die Eigentümerin sich angemessen engagiert. Dies gilt auch weiterhin, wenn nun Bund und Land einsteigen.“ Zudem müsse das Betreibungskonzept so funktional sein, dass Turm und Café ohne dauerhafte städtische Zuschüsse betrieben werden können.

Die jährlichen Kosten für Unterhalt, Betrieb und Personal liegen laut der Studie bei rund 1,66 Millionen Euro. Um diese zu erwirtschaften, müsste die Fahrt in den Turm 7,20 Euro pro Person kosten, wenn 230 000 Besucher pro Jahr kommen. Das sieht auch Vereinschef Mittag kritisch: „Wirtschaftlich wird es nur, wenn eine Seilbahn und das Televersum später zusätzlich gebaut werden.“ Das Televersum soll eine Art Wissenschaftspark werden. Die Machbarkeitsstudie von Stadt, Land und dem Eigentümer kam allerdings zu dem Schluss, dass weder Seilbahn nach Televersum genehmigungsfähig seien. Außerdem würde dies mindestens 61,5 Millionen Euro kosten.

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Am 19. November tagt die städtische Lenkungsgruppe aus Eigentümer, Stadträten und Verwaltung. Dort soll die Machbarkeitsstudie vorgelegt werden. Drei Tage später entscheidet der Stadtrat über den Haushalt 2019/2020. Zastrow fordert, die notwendigen Eigenmittel im Haushalt bereitzustellen und eine Rücklage für den Fernsehturm zu bilden. Die FDP werde einen entsprechenden Antrag als Änderung zum Haushalt einbringen. Denn der Turm wurde in der vorgelegten Variante der Verwaltung bisher nicht mit Geld berücksichtigt. Das wolle Zastrow ändern. Allerdings stellen Linke, Grüne und SPD die Mehrheit.