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Ein Vater, drei Söhne, ein Autohaus

Mit einer Werkstatt in Glaubitz fing alles an. Heute beschäftigt Wagner + Schmid 25 Mitarbeiter – und baut aus.

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© Sebastian Schultz

Von Stefan Lehmann

Riesa. In der geräumigen Ausstellungshalle des Autohauses sieht es an einigen Stellen noch nach Baustelle aus. Seit mehr als zwei Monaten wird bei Wagner und Schmid an der Langen Straße umgebaut. Auch für die Mitarbeiter des Händlers ist das eine anstrengende Zeit gewesen, sagt Mitgeschäftsführer Tobias Wagner. „Am Ende des Jahres werde ich drei graue Haare mehr haben – aber das Haus wird auch etwas anders aussehen.“ Das sei auch mal wieder an der Zeit gewesen, kurz vor dem 25. Geburtstag des Unternehmens.

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Mit einer Werkstatt in Glaubitz (kl. Foto) machte sich Reiner Wagner (ganz links) vor 35 Jahren selbstständig. Seitdem ist die Firma gewachsen, mittlerweile führen seine drei Söhne Tobias, Samuel und Andreas (v.l.n.r.) die Geschäfte.
Mit einer Werkstatt in Glaubitz (kl. Foto) machte sich Reiner Wagner (ganz links) vor 35 Jahren selbstständig. Seitdem ist die Firma gewachsen, mittlerweile führen seine drei Söhne Tobias, Samuel und Andreas (v.l.n.r.) die Geschäfte. © privat

Der Vater hatte sich bereits 1981 in Glaubitz selbstständig gemacht. Damals verkaufte er noch keine Autos, sondern reparierte deren Elektrik und bot einen Batterieservice an. Zehn Jahre später eröffnete Reiner Wagner schließlich gemeinsam mit Kurt Schmid das Autohaus in Riesa. Dass sich Reiner Wagner damals für Fiat als Vertragspartner entschied, begründet sein Sohn Andreas heute ganz simpel: Die Marke sei in der Region eben noch nicht besetzt gewesen. Keine ganz schlechte Wahl, denn der Hersteller habe damals für preiswerte Wagen gestanden. „Entscheidend war nach der Wende: Für wie viel Geld kriege ich ein Auto“, sagt Tobias Wagner.

Vor fünf Jahren leitete Firmengründer Reiner Wagner einen Generationenwechsel ein. Seitdem führen Tobias Wagner und seine beiden Brüder Samuel und Andreas die Geschäfte. „Wir ergänzen uns sehr gut“, sagt Tobias Wagner. Sein Bruder Samuel beispielsweise sei selbst leidenschaftlicher Autobastler und deshalb vor allem für die Technikstrecke zuständig. Ganz außen vor sei der heute 65-jährige Senior aber trotzdem nicht, betont Tobias Wagner.

„Wir genießen es, dass die Senioren immer noch aktiv im Geschäft sind.“ Es gebe immer noch Kunden, die sich am liebsten von seinem Vater beraten ließen.

Nicht nur die Führungsetage hat sich über die Jahre verändert. Auch insgesamt hat sich die Firma vergrößert. Acht Mitarbeiter zählte das Unternehmen 1991, mittlerweile sind es 25. Zum Standort in Riesa ist noch einer in Waldheim dazugekommen. Und der Familienbetrieb soll weiter wachsen, sagt Andreas Wagner. Zum Firmenjubiläum, das der Händler am 1. April offiziell feiert, soll mit Seat eine neue Automarke dazukommen. Auch personell wird dann aufgestockt, so Tobias Wagner. Zwei, drei neue Mitarbeiter seien für die nahe Zukunft schon denkbar.

Was die Vorlieben der Kunden angeht, unterscheiden sich die Riesaer kaum von anderen Fahrern. „Entscheidend ist am Ende immer das Preis-Leistungs-Verhältnis“, sagt Andreas Wagner. Umweltfreundlichkeit beispielsweise spiele da eindeutig eine untergeordnete Rolle. „Und nach dem VW-Skandal glauben die Kunden ohnehin nicht alles.“ Den Vertrauensverlust würden auch die Händler bemerken. Generell seien die Käufer heute noch besser informiert als früher, nutzten häufig das Internet zur Recherche, bevor sie ins Autohaus gehen. Neben dem Autoverkauf betreibt der Händler heute auch noch zwei Autogas-Tankstellen an seinen Standorten. Ein weiteres Standbein, sagt Tobias Wagner.

„Man muss eben gucken: Wo ist die Lücke, die man nutzen kann?“ Pkw aller Marken lässt der Händler auf Wunsch für den schadstoffärmeren Kraftstoff umrüsten. Ebenfalls häufig umgebaut werden die Transporter, die Wagner und Schmid verkaufen. Ob zum Kühlfahrzeug oder als Bäckerwagen – die Bandbreite dieser Umbauten ist groß.

Für die Zukunft plant das Autohaus vor allem, sich breiter aufzustellen. „Wir wollen in jeder Autosparte aktiv sein“, sagt Tobias Wagner. Der Automarkt folge bestimmten Zyklen, und ein breites Angebot helfe, schwächelnden Absatz bei bestimmten Modellen auszugleichen.

Grenzenloses Wachstum wird es aber nicht geben, sagt Tobias Wagner. „Wir fühlen uns in der Größe sehr wohl.“ Die familiäre, persönliche Atmosphäre, die solle erhalten bleiben. Die nämlich sieht der 41-Jährige als das Erfolgsgeheimnis des Unternehmens. „Es ist doch wohltuend, nicht nur über den Preis zu reden.“