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Ein weiter Weg zur Unesco

Weltkulturerbe. Nur gemeinsam mit Zgorzelec könnte Görlitz noch auf die UN-Liste gelangen.

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Von Sebastian Beutler

Görlitz. Die Chancen der Stadt sind gering, über Deutschland in absehbarer Zeit auf die Unesco-Welterbeliste zu gelangen. 2011 will Sachsen die Montanregion Erzgebirge für die Liste vorschlagen. Das bestätigte am Rande einer Konferenz in Zittau Jürgen Namysloh, zuständiger Ministerialdirigent im Sächsischen Innenministerium.

Sachsen hat seinen Angaben zufolge dann erst wieder 2027 das Vorschlagsrecht. Allerdings gibt es neben Görlitz weitere sächsische Bewerber, die Namysloh nicht benennen wollte. Einer davon ist das Umgebindeland.

Nur wenn sich in einer gegenwärtig laufenden Untersuchung herausstellt, dass sich die Montanregion nicht für die Welterbeliste eigne, würden die anderen sächsischen Bewerber geprüft und gegebenenfalls einer vorgezogen.

Um auf die Unesco-Weltkulturerbeliste zu gelangen, muss zunächst das jeweilige Bundesland seinen Vorschlag in die Kultusministerkonferenz einbringen, die die Kultusminister aller Bundesländer vereint. Die wiederum können den Vorschlag auf eine Liste setzen, auf der sich gegenwärtig 14 Bewerber befinden, darunter auf Platz 8 die Montanregion Erzgebirge als sächsischer. Von dieser Liste wird dann jährlich ein Vorschlag beim Unesco-Komitee in Paris eingereicht.

Eine andere Möglichkeit sind internationale, grenzüberschreitende Anträge. Durch einen solchen schaffte der Pückler-Park in Bad Muskau 2004 den Sprung auf die Liste. Anders als aber in diesem Fall werden seit jüngstem solche Anträge auch den jeweiligen Nationen zugezählt. Die Folge: Ein anderer deutscher Bewerber zöge den kürzeren. Bislang finden sich aus Sachsen nur der Park in Bad Muskau und das Elbtal auf der Unesco-Welterbeliste wieder.