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Ein Wohngebiet wie kein anderes

An der Hertzstraße sollte sich ursprünglich Gewerbe ansiedeln. Jetzt gibt es einen neuen Plan, der nicht nur Familien freuen dürfte.

Von Nancy Riegel

Neustadt. Wohnen, wo keiner arbeiten will – so könnte man salopp eines der Wohngebiete beschreiben, das die Stadt Neustadt in den kommenden Jahren jungen Familien anbieten will. Es handelt sich um Grundstücke an der Heinrich-Hertz-Straße im Industrie- und Gewerbepark, zwischen Friedhof, Kleingärten und ehemaliger Bahntrasse.

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In der letzten Sitzung des Stadtrats wurde per Beschluss ein wichtiger Schritt für die Wohnbebauung getan. Der Bebauungsplan des Gewerbegebiets wurde dahingehend geändert, dass sich auf den freien Wiesen künftig nicht mehr Unternehmen, sondern Hausherren niederlassen können. Dies war in der ursprünglichen Planung des Gewerbeparks schon einmal vorgesehen. Allerdings wollte die Kommune in den folgenden Jahren dann Firmen den Vortritt lassen und nahm entsprechende Änderungen im Bebauungsplan vor.

Haus und Job nebeneinander

Gebracht hatte die damalige Initiative nicht viel. Laut Stadtverwaltung sind zwar 80 Prozent des Industrie- und Gewerbeparks belegt. Auf den Flächen im südlichen Randbereich wollte sich aber niemand niederlassen. „Die Grundstücke sind entweder aufgrund ihrer geringen Größe oder der topographischen Situation für gewerbliche Ansiedlungen weniger attraktiv“, schätzt Neustadts Bauamtsleiter Michael Schmidt ein. Und das, obwohl sie teilweise schon erschlossen sind.

Umso besser für das Ziel der Stadt, Platz für Wohnbebauung zu schaffen. Denn anders als Gewerbeflächen, gibt es diesen in Neustadt zurzeit nicht. Das Gebiet soll daher als „urbanes Gebiet“ festgesetzt werden. Dabei handelt es sich um eine Mischbaufläche aus Wohnen und Gewerbe, wobei der Anteil der Einfamilienhäuser in diesem Fall überwiegen soll. Erlaubt wären in solch einem Gebiet beispielsweise Handwerksbetriebe, aber auch soziale, kulturelle und andere Einrichtungen. Das Miteinander von Wohnen und Arbeiten soll dadurch erleichtert werden.

Da sich bei dieser Form der Bebauung Konflikte wegen Lärmbelästigung entwickeln könnten, hat die Stadt ein Schallschutzgutachten erstellen lassen. Außerhalb der Randbereiche soll die Hertzstraße ein reines Wohngebiet werden. Mit dem Vorentwurf werden außerdem Flächen östlich der stillgelegten Bahntrasse vergrößert und zusammengelegt. „Die Erfahrung hat gezeigt, dass Firmen größere zusammenhängende Bauflächen nachfragen“, sagt Amtsleiter Schmidt.

Mit dem Beschluss hat der Stadtrat das Okay gegeben, dass das Planungsbüro Schubert aus Radeberg den Bebauungsplan entsprechend der neuen Nutzung ändern kann. Dann muss die neue Fassung nochmals beschlossen werden, danach wird er für die Öffentlichkeit ausgelegt. Dann erst kann mit der Wohnbebauung an der Heinrich-Hertz-Straße begonnen werden.