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Ein Zuhause für neue Ideen

Mit ihrer Bürosphäre wollen zwei Dresdner vor allem jungen Unternehmen eine Heimat bieten.

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© Christian Juppe

Von Jana Mundus

Vom Banknachbarn zum Geschäftspartner. Es könnte eine Weile dauern, wenn Tom Hoffmann und Thomas Schulz beginnen über gemeinsame Erlebnisse zu erzählen. Sie waren zusammen in der Schule, haben zusammen studiert und zusammen schon diverse Geschäftsideen verwirklicht. Dass sie sogar am gleichen Tag geboren wurden, ist da fast schon nicht mehr wichtig. Jetzt wagen die beiden 33-Jährigen ein neues gemeinsames Projekt. Am Dammweg entsteht ein Zentrum für junge Unternehmen – die Bürosphäre.

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Von außen ist noch einiges zu tun. Die bröckelige Fassade und die Graffiti-Schmierereien verraten allerdings nicht, dass sich im Inneren in den vergangenen Monaten schon so einiges getan hat. Bis Ende des vergangenen Jahres gehörte das Gebäude der Firma Ströer Media, einem Spezialisten für Außenwerbung. Dann kauften Hoffmann und Schulz das Haus. „Wir hatten unser Büro bis dato in der Stauffenbergallee“, erzählt Schulz. Doch dort wurde es langsam zu eng. „Über Eigentum hatten wir schon eine ganze Weile nachgedacht.“ Gleich drei Unternehmen haben die beiden schon zusammen gegründet. Den Onlineshop TNT-Fashion.com, die TNT Neue Energien GmbH, mit der sie für Kunden Fotovoltaikanlagen planen und bauen und die TNT Real Estate GmbH, die im Immobilienmarkt aktiv ist. Nun also das nächste Projekt.

Ansprechen wollen sie mit ihrer Idee vor allem Firmengründer, die einen ähnlichen Weg gegangen sind wie sie. „Unser Konzept richtet sich vor allem an Start-ups, die Räumlichkeiten suchen“, so Schulz. Insgesamt 16 Büros und ein Großraumbüro stehen im Hauptgebäude zur Verfügung. Noch einmal zwei Büroeinheiten und mehrere Lagerflächen im Hinterhaus. „Wir hätten theoretisch Platz für um die 20 Mieter“, erklärt Hoffmann. Ganz auslasten wollen sie die räumlichen Möglichkeiten am Anfang allerdings nicht. Denn die künftigen Mieter sollen auch noch genügend Platz zum Vergrößern ihrer Firmen haben. „Es könnte ja sein, dass einige plötzlich noch mehr Fläche brauchen.“ Zehn Euro zahlen Mieter pro Quadratmeter, inklusive aller Nebenkosten sowie Strom und W-Lan-Zugang. Die Eigentümer denken umweltbewusst. Ein Blockheizkraftwerk und eine Fotovoltaikanlage sind bereits installiert.

Ab Mai werden die ersten Mieter ihr neues Domizil beziehen. Darunter sind auch Diplom-Ingenieur Dirk Fiedler und der Informatiker Frank Nießner. Lange Zeit waren sie im Forschungsbereich tätig. Jetzt wollen sie noch einmal neu starten. „Als Jungunternehmer gehen wir nicht mehr durch“, sagt Fiedler und lacht. „Schließlich stehen wir zwei schon Jahrzehnte im Arbeitsleben.“ Doch der Reiz der Selbstständigkeit ließe sie nun einen neuen Weg einschlagen. Ihre Firma heißt Facts42morrow GmbH und produziert unter anderem 3-D-Drucker. Die gibt es zwar heute auch von anderen Anbietern zu kaufen, doch Fiedler und Nießner haben ganz eigene Vorstellungen. Gängige Geräte erlauben den Druck von Gegenständen, die 20 mal 20 Zentimeter groß sind. „Mit unserer Entwicklung können Objekte mit einer Größe bis zu einem Kubikmeter ausgedruckt werden“, fügt Nießner hinzu. Sie starten erst einmal zu zweit. Sollte die Auftragslage gut sein, ist ein Expandieren auf einen weiteren Büroraum denkbar. Dann könnten auch Mitarbeiter eingestellt werden. Die Bürosphäre sei dafür ein idealer Ort. „Wir wollen uns nicht im Büro verkriechen, sondern auch mit anderen Firmeninhabern ins Gespräch kommen“, sagt Fiedler.

Damit das klappt, haben die Hausbesitzer im Erdgeschoss einen großen Gemeinschaftsraum eingerichtet. Ein großer Tisch, ein Flipchart und ein Beamer verwandeln das Zimmer in einen Besprechungsraum, den alle Unternehmer für ihre Sache nutzen können. Hier können alle am Kickertisch spielen oder in der gemütlichen Sofaecke schwatzen. „Zum Arbeiten kommt man aber trotzdem“, sagt Schulz und lacht.

www.buerosphaere.com