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Dresden

Einbrecher hofft auf schnelle Therapie

Wegen seiner Drogensucht ist ein 36-Jähriger wieder zu einer langen Haft verurteilt worden. Er drang tagsüber in Häuser ein.

© dpa (Symbolbild)

Er macht einen ruhigen, abgeklärten Eindruck. Stephan S., 36, hat nicht viele Vorstrafen, aber wenn er vor Gericht steht, wird es regelmäßig teuer. Der Grund ist seine Crystal-Abhängigkeit, die er mit Wohnungseinbrüchen finanziert hat. Am Mittwoch stand der Mann ohne Beruf, der zuletzt für eine Eventfirma arbeitete, wieder vor dem Amtsgericht Dresden.

Seit Ende Januar sitzt S. in Untersuchungshaft, nachdem er bei einem Einbruch vom Mieter überrascht und nach kurzer Flucht von der Polizei überwältigt worden war. Richter Frank Ponsold, der Vorsitzende des Schöffengerichts, war positiv überrascht, als er den Angeklagten sah. „Bei der Haftprüfung am 30. Mai sahen Sie schlechter aus. Wie geht es Ihnen in der Haft?“, wollte Ponsold wissen. „Es ist hart“, antwortete der Angeklagte knapp. Sichtbar emotional wurde er erst, als der Richter ihn nach seiner Familie fragte, ob er noch Kontakt zu Eltern und Geschwistern habe? „Nein“, sagte der ungelernte Mann aus Lohmen, „sie sind halt enttäuscht“.

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Zwei Anklagen wurden gegen den Deutschen verlesen. Zunächst wegen des aktuellen Falls, einem Einbruch in der Pillnitzer Landstraße. Dort schlug er nachmittags eine Wohnungstür mit einem Hammer auf und durchwühlte die Räume. Schmuck, ein Lampenset und Fahrradzubehör packte er in seinen Rucksack – doch dann stand der zurückkehrende Mieter vor ihm. S. flüchtete mit seinem Fahrrad. Die Polizei stellte ihn an der Bautzner Straße, wo S. Widerstand leistete. Hinzu kamen zwei Einbrüche im März und April 2018 in Wohnungen am Obergraben. Dort war er tagsüber eingedrungen, hatte hochwertige Beute gemacht – Schmuck, 12 000 Euro Bargeld, Laptops, Handys und Kameras im Gesamtwert von mehr als 30 000 Euro. Einen Teil der Beute fand die Polizei Ende Januar in der Wohnung von Stephan S.

Seine Verteidigerin Ines Kilian regte ein Rechtsgespräch an, ihr Mandant sei geständig und an einer schnellen Lösung interessiert. Je eher er rechtskräftig verurteilt sei, desto eher könne er im Vollzug eine Drogentherapie angehen. Für Untersuchungsgefangene gebe es derzeit in der Dresdner Justizvollzugsanstalt keinen Weg zur Suchtberatung und in eine Therapie – mangels Personal, kritisierte Kilian.

So kam es dann. Der Angeklagte räumte alle Taten ein, das Gericht konnte auf die Zeugen verzichten und verurteilte S. wie zuvor besprochen zu zwei Freiheitsstrafen von insgesamt vier Jahren und vier Monaten, in denen eine frühere Verurteilung wegen Verstoßes gegen die Führungsaufsicht enthalten ist. Außerdem muss er 20 000 Euro Beute zurückzahlen. Richter Ponsold sagte, S. sei nach seiner ersten langen Haftstrafe, die im Oktober 2017 endete, schnell wieder rückfällig geworden. „Sie müssen es schaffen, die Therapie durchzuhalten“, sagte Ponsold, „da müssen Sie durch.“

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