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Einbruchsserie rund um die Hauptstraße

Viele Einzelhändler sind betroffen. Die Polizei ist jetzt vermehrt vor Ort.

© (c) Christian Juppe

Von Julia Vollmer

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Als die Täter kamen, war es stockdunkel draußen. Irgendwann zwischen Mitternacht und dem Morgengrauen hebelten sie in der Tee-Galerie auf der Heinrichstraße die Tür auf, stahlen 500 Euro Bargeld und den Laptop. Geschäftsführer Mike Thiele ist geschockt und verunsichert von den Ereignissen der letzten Tage. „Nachdem das passiert ist, gehe ich jeden Morgen mit einem unruhigen Gefühl zum Laden: Ist die Tür wieder beschädigt? Fehlt etwas?“, berichtet Thiele. Die Polizei war da, sicherte Spuren und ermittelt. Die Unsicherheit bleibt.

So wie Mike Thiele geht es gerade vielen Händlern rund um die Haupt- und Königstraße. In den vergangenen Wochen zwischen dem 26. Oktober und dem 8. November gab es laut Polizei insgesamt 13 Einbrüche in Büros und Geschäfte im Bereich der Hauptstraße. „Man muss hier von einer Häufung von Einbrüchen sprechen“, so Polizeisprecher Marko Laske. Hinweise zu den Tätern oder Tätergruppierungen liegen nicht vor. Die Ermittlungen werden aktuell im Kriminaldienst des Polizeireviers Dresden-Nord bearbeitet, sagt Laske. Die Fälle werden zusammen betrachtet, da es Parallelen bei Ort und Zeit gäbe. Gleichzeitig plant die Polizei eine verstärkte Streife in dem Bereich.

Ebenfalls betroffen ist Franziska Rüpprich, Inhaberin des Herrenausstatters Prüssing&Köll auf der Heinrichstraße. „Es gab einen Einbruchsversuch in meine Schneiderei“, sagt sie. Am Morgen sah sie die Einbruchspuren. Aber die Diebe fanden kein Geld, das sie stehlen konnten. Sie wohnt in der Nähe und findet keinen ruhigen Schlaf in der letzten Zeit. Rüpprich hört von vielen Händlern und auch von Gastronomen, dass der Ablauf immer der gleiche sei. Türen aufhebeln, die Räume durchsuchen und Geld, wenn vorhanden, mitnehmen.

Einen Einbruchsversuch gab es auch in das Optiker-Geschäft Schaulust, bestätigen die Mitarbeiter. Auch Sandra Coym aus dem Atelier Einzelstücke berichtet von einem merkwürdigen Erlebnis mit einem mutmaßlichen Einbrecher, der zwar nichts gestohlen, sie aber durch seine suchenden Blicke verunsichert habe. Sie hat die Polizei um mehr Präsenz gebeten. Und die Beamten sind jetzt vermehrt vor Ort.

Nicht in der Nacht, sondern tagsüber schlagen die Diebe in der Parfümerie Thiemann auf der Hauptstraße zu. „Sie kommen am helllichten Tage und klauen die Ware, vor allem die teuren Parfüm-Flakons von Marken wie Chanel, Armani und Dolce&Gabbana“, berichtet Mitarbeiterin Sophie Bartsch. Wie hoch die Schadenssumme insgesamt sei, kann sie nicht beziffern. Sie vermutet, dass die Täter die gestohlene Ware später weiterverkaufen. Der Laden ist nachts gesichert. Doch Polizeisprecher Marko Laske weist darauf hin, dass die Täter, die nachts in die Geschäfte einbrechen und die, die am Tag klauen, nicht die gleichen sein müssen. Ladendiebstahl passiere nun mal vor allem dort, wo es viele Geschäfte gäbe. Also in der Innenstadt, aber auch rund um die Hauptstraße.

Einbruchsserien kommen vor allem in der dunklen Jahreszeit vor. Im November 2017 meldete die Polizei auch eine ganze Reihe von Einbrüchen innerhalb weniger Tage in der Stadt. Erst durchsuchten die Täter in einem Supermarkt die Schränke des Backshops und der Fleisch-Verkaufsstelle. Beim Fleischer brachen die Langfinger den Tresor auf und stahlen etwa 100 Euro. In der gleichen Nacht stiegen Kriminelle in eine Gaststätte auf der Hauptstraße ein. Sie durchsuchten die Räume und klauten eine Geldbörse mit 200 Euro Bargeld sowie sieben Flaschen Schnaps.

Tom Bernhardt, Sprecher des Landeskriminalamtes hat Tipps für die Ladenbesitzer, wie sie sich schützen können. „Die Verkaufsräume sollten übersichtlich sein, hell und gut ausgeleuchtet. Außerdem sollten alle Waren und die Türen elektronisch gesichert sein“, so Bernhardt. Für die Mitarbeiter biete sich eine Schulung an.

Auch die Politik ist auf das Problem mit den Einbrüchen rund um die Hauptstraße aufmerksam geworden. FDP-Stadtbezirksbeirätin Benita Horst will das Thema bei Ortsamtsleiter Andre Barth ansprechen.