merken
Döbeln

Eine Belastung für die Kinder und Eltern

Die Kürzung des Bereitschaftsdienstes ist ein Umbruch mit zahlreichen Folgen. Ein Kommentar von Maria Fricke.

Maria Fricke
Maria Fricke © dpa-Zentralbild

Engagierte Ärzte vor Ort, die sich auch am Wochenende Zeit nehmen, um Kinder zu behandeln und Eltern zu beruhigen. Das gibt es sicherlich nicht mehr überall. In Döbeln ist das so. Bis jetzt. Doch nun soll alles geändert werden. Ein Umbruch mit zahlreichen Folgen.

Ich als Mutter bedauere das sehr. Wie oft war ich dankbar für die Notsprechstunde am Wochenende, weil eines meiner Kinder plötzlich hohes Fieber hatte oder der Magen-Darm-Infekt auch am dritten Tag nicht besser wurde. Der Weg nach Döbeln ist kurz. Das kranke Kind muss nicht unnötig lang im Auto sitzen. Durch die geteilten Sprechzeiten am Vormittag und am Nachmittag wurde das Patientenaufkommen entzerrt. Vor allem jetzt, während der Corona-Krise, ist das nicht zu unterschätzen.

Familie
Vater, Mutter und Kinder
Vater, Mutter und Kinder

sind eine wunderbare Kombination. Sie kann viel Spaß machen, aber auch Arbeit und Ärger. Tipps, Tricks und Themen zu allem, was mit Familie und Erziehung zu tun hat, gibts in einer besonderen Themenwelt von sächsische.de.

Genehmigt wurde nun das komplette Gegenteil. In der Bereitschaft von 10 bis 12 Uhr wird der Ansturm der Patienten, vor allem während der Infektzeit, bei dem zuständigen Arzt groß sein. Und wer nicht am Wochenende in die Praxis geht, tut dies spätestens am Montag. Volle Wartezimmer sind dann vorprogrammiert.

Weiterführende Artikel

Döbelner Kinderärzte kürzen Bereitschaftszeit

Döbelner Kinderärzte kürzen Bereitschaftszeit

Am Wochenende sind die Ärzte nur noch zwei Stunden erreichbar. Ab Frühjahr 2021 dann gar nicht mehr.

Doch es kommt noch schlimmer. Voraussichtlich ab Frühjahr wird es gar keinen kinderärztlichen Bereitschaftsdienst mehr in der Region Döbeln geben. Ansprechpartner ist dann eine Portalpraxis am Krankenhaus in Mittweida. Fast eine halbe Stunde dauert die Fahrt von Döbeln in diese Klinik. Aber auch die Helios-Klinik in Leisnig, die bei Bedarf für die Patienten da ist, liegt 25 Minuten entfernt. Die Konsequenz: Die Kinder leiden, entweder, weil sie krank lange Zeit im Auto sitzen müssen oder weil die Eltern warten, bis der Kinderarzt vor Ort wieder normal geöffnet hat. Und das, obwohl die Ärzte für ihre Patienten da sein wollen.

E-Mail an Maria Fricke.

Mehr zum Thema Döbeln