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Sport

Dresdnerin stößt unerwartet zu WM-Bronze

Christina Schwanitz gewinnt bei der Leichtathletik-WM die Bronzemedaille. Die 33-Jährige hat Zwillinge, studiert, ist eine Powerfrau - sagt einer, der es wissen muss.

Christina Schwanitz bejubelt Bronze im Kugelstoßen.
Christina Schwanitz bejubelt Bronze im Kugelstoßen. © dpa/Michael Kappeler

Doha. Die "Krümel" sind natürlich daheim geblieben. Die Zwillinge von Christina Schwanitz wären eh längst um Bett gewesen, als die Kugelstoßerin am Donnerstagabend im Khalifa-Stadion lauthals jubelte. Die Mutter eines zweijährigen Mädchens und Jungens bringt aus Doha eine Bronzemedaille mit nach Hause. Bei ihrer ersten Leichtathletik-Weltmeisterschaft nach der Babypause gelang ihr ein Coup.

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"Ich möchte einfach nur Danke sagen - an alle, die mich unterstützt haben. Dass sie nicht gesagt haben: Jetzt ist sie eine Mama und abgeschrieben", betonte die Dresdnerin und weinte Freudentränen. "Ich habe viel Hilfe bekommen."

2015 in Peking feierte sie mit WM-Gold ihren größten Erfolg, nachdem Schwanitz 2013 in Moskau schon Silber gewonnen hatte. Nach ihrer Babypause kehrte sie als Zweite bei der Europameisterschaft 2018 in Berlin erfolgreich zurück. In Katar gelang ihr das Comeback in der Weltelite. "Jetzt hat sie den vollständigen Medaillensatz", sagte Trainer Sven Lang.

Den Titel gewann wie 2017 die Chinesin Gong Lijiao mit 19,55 Metern. Silber ging an die Jamaikanerin Danniel Thomas-Dodd mit 19,47 Metern. Schwanitz kam im vierten Durchgang auf die Bronzeweite von 19,17 Metern. "Es geht nur um die Geschwindigkeit der Füße. Oben ist sie stark", erklärte Lang nach den ersten drei Versuchen.

Dieser Erfolg gibt Schwanitz auch Selbstbewusstsein für Olympia 2020 in Tokio. Da möchte die zweifache Europameisterin noch mal angreifen, zumal sie 2016 aus Rio de Janeiro als enttäuschte Sechste abreiste. Inzwischen führt Schwanitz ein anderes Leben. Im Juli 2017 wurden die Zwillinge geboren. Schwanitz, Angehörige der Bundeswehr, nahm 2019 an der Hochschule Mittweida ein Bachelor-Studium für soziale Arbeit auf.

"Ich möchte derzeit weder ohne meinen Sport noch ohne meine Kinder sein", sagte Schwanitz zur Dreifachbelastung. Beruflich will sie sich auch weiterentwickeln. "Da muss man halt einfach konsequent sein und seinen Tagesablauf so planen, dass es möglich ist, und es ist möglich." Für Lang ist Schwanitz schlicht "eine Powerfrau".

Es sei "viel schwieriger", sagte Schwanitz, aber: "Ich möchte zeigen, dass man auch mit Kindern Weltspitze sein kann." Die "Krümel", wie Schwanitz ihre Zwillinge nennt, sind daheim bei Papa Tomas geblieben und bekommen nach der Rückkehr von der Mama eine Medaille gezeigt. "Dieses Bronze ist mein persönliches Gold", sagte Schwanitz. (dpa)