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Sachsen

Eine Frau beschreibt "Todesangst"

Nach dem Beziehungsaus wird ihr Ex-Freund immer übergriffiger und flüchtet schließlich wochenlang vor der Polizei. Nun steht er in Zwickau vor Gericht.

Das Amtsgericht in Zwickau. © dpa

Weil er seine Ex-Freundin bedroht und ihr massiv nachgestellt haben soll, muss sich ein 30-Jähriger seit Mittwoch vor dem Amtsgericht Zwickau verantworten. Der Fall hatte im vergangenen Sommer für Aufsehen gesorgt, weil die Polizei fünfeinhalb Wochen lang bundesweit nach dem Mann fahndete und für die Suche unter anderem ein Waldgebiet bei Limbach-Oberfrohna (Landkreis Zwickau) abriegelte.

Der Mann soll Mitte Juni in das Haus seiner Ex-Freundin eingebrochen und anschließend bewaffnet geflüchtet sein. Zudem soll er laut Anklage die Kinder der 36-Jährigen mit dem Tod bedroht, die Grundschullehrerin mit Nachrichten bombardiert und ihr E-Mail-Konto gehackt haben. Um stets zu wissen, wo sie sich aufhielt, habe der Deutsche darüber hinaus heimlich einen GPS-Tracker am Auto der Frau angebracht.

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Vergleichsweise gefasst schilderte die Frau am Mittwoch vor Gericht, wie sich die Lage nach der Trennung im Februar 2018 Stück für Stück zugespitzt habe und es ihrem Ex-Freund schließlich untersagt gewesen sei, sich ihr zu nähern. Mit dem nächtlichen Einbruch in das Haus ihrer Familie sei die Situation dann endgültig eskaliert. "Wir standen alle unter Schock und hatten Todesangst." Die Familie war nach dem Vorfall vorsorglich in Sicherheit gebracht worden.

Laut Anklageschrift war der 30-Jährige in der Nacht zum 10. Juni unbefugt eingedrungen, hatte diverse Wertgegenstände und wichtige Unterlagen gestohlen sowie ein Handy und einen Laptop zerstört. Am Morgen sei er von ihrem Vater entdeckt und mit Nachdruck aufgefordert worden, das Haus zu verlassen.

Mit seiner anschließenden Flucht hielt der Angeklagte die Polizei wochenlang in Atem. Weil er sich bei seinem Vater und in seinem Schützenverein in Hartmannsdorf bei Chemnitz unerlaubt Waffen und mehrere hundert Schuss Munition besorgt hatte, suchte die Polizei mit einem Großaufgebot nach dem Mann. Schließlich kamen die Ermittler dem Lkw-Fahrer in Frankfurt/Main auf die Spur und konnten ihn in einem Hotelzimmer festnehmen. Derzeit sitzt er in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte wisse, dass er mit seinem Verhalten über das Ziel hinausgeschossen sei, erklärte der Verteidiger zum Prozessauftakt. Dennoch seien nicht alle Punkte der Anklageschrift korrekt. Weil sein eigentlicher Pflichtverteidiger am Mittwoch krankheitsbedingt nicht an der Verhandlung teilnehmen konnte, werde sich der Angeklagte am nächsten Verhandlungstag umfassender einlassen. Der Prozess wird Anfang Mai fortgesetzt. Es sind insgesamt elf Zeugen geladen. (dpa)

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