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Eine Freitreppe für die Freizeitinsel

Monatelang war das einstige Herrenhaus für dringend notwendige Umbauten geschlossen. Nun macht es wieder auf.

© Sebastian Schultz

Von Christoph Scharf

Ab auf den Grill

Warme Sommernächte, schönes Wetter. Zeit zum Grillen! Doch worauf muss man achten und was schmeckt am besten auf dem Grill?

Riesa. Manch barockes Herrenhaus kann mit einer Freitreppe aufwarten. Nun also auch die Freizeitinsel am Stadtrand von Riesa. Die sieht allerdings etwas anders aus als üblich: Statt geschwungener Sandsteingeländer dominiert kalter Stahl. Der Anbau an der Rückseite des Gebäudes erfüllt auch keine repräsentative Funktion – sondern dient als Flucht- und Rettungstreppe. Da ist Schönheit zweitrangig. Dafür kann der beliebte Kinder- und Jugendtreff nun wieder deutlich besser genutzt werden, sagt Sozialpädagogin Anne Heinze vom Verein Freizeitinsel: „Wir können endlich wieder Kindergruppen im Haus übernachten lassen.“

Der Verein hat nun auch ein neues Logo.
Der Verein hat nun auch ein neues Logo.

Das war zuletzt aus Brandschutzgründen verboten worden – sodass man Projekte mit Übernachtungen entweder nur auswärts anbieten konnte oder die Kinder in den Bungalows schlafen lassen musste – was freilich nur im Sommer möglich ist. Nach den jüngsten Umbauarbeiten, die knapp 300 000 Euro gekostet haben, entspricht das Haus nun wieder den Sicherheitsanforderungen. Die neue Fluchttreppe ist das sichtbarste Ergebnis, aber nicht das einzige: So wurden im gesamten Haus die Elektroinstallation erneuert, teilweise wurden neue Türen eingebaut und Wände und Decken brandsicherer gemacht.

Dafür war die Einrichtung seit dem vergangenen August geschlossen gewesen. „Zum Glück hat uns die AGV nebenan zwei Ausweichbüros zur Verfügung gestellt, damit wir Platz zum Arbeiten hatten“, sagt die Strehlaerin, eine von vier festen Mitarbeitern der Freizeitinsel. Zusätzlich halten rund ein halbes Dutzend ehrenamtlicher Mitarbeiter den Verein am Laufen, der das ganze Jahr über Projekte für Kinder und Jugendliche ausrichtet und dafür quer im Landkreis unterwegs ist. Gleichzeitig hält er aber auch das eigene Haus täglich offen – wenn das nicht gerade umgebaut wird.

Die Zwangspause im einstigen Herrenhaus hat der Verein dazu genutzt, unter anderem ein neues Logo zu entwickeln. „Wir haben vier Entwürfe gehabt und bei Facebook darüber abstimmen lassen“, sagt Anne Heinze. Fast 500 Leute hätten mitgestimmt – und einen Entwurf mit Abstand zum Sieger gekürt (siehe Foto). Seit Anfang Januar steht aber das Einräumen im Vordergrund: Raum für Raum wird jetzt wieder möbliert. Manche Wand hat einen neuen, farbenfrohen Anstrich bekommen. Die Büros der Mitarbeiter sind vom Erdgeschoss unters Dach gezogen. Dafür finden sich nun unten – gleich neben dem Haupteingang – ein neues Mädchen- und ein neues Jungenzimmer.

Eine große Baustelle steht noch bevor: Ein Sturm zum Jahresende 2017 hatte einen Baum auf einen großen Pavillon stürzen lassen, der für Veranstaltungen im Freien dringend benötigt wird. „Wir sammeln aktuell Spenden und hoffen, im Frühjahr einen neuen Pavillon aufstellen zu können“, sagt die Sozialpädagogin. Glück im Unglück: Sturm Friederike vor einer Woche hat die Freizeitinsel trotz der vielen hohen Bäume weitgehend verschont – auch wenn man in der Nachbarschaft noch Sturmschäden sieht. Wer sich die neuen Räume in der Freizeitinsel anschauen will, hat dazu am Sonntag, 28. Januar, Gelegenheit: Dann ist von 14 bis 18 Uhr Tag der offenen Tür im Haus am Merzdorfer Teich.