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Eine goldene Krone zum Reformationstag

© Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Die Gersdorfer Kirche hat seit Mittwoch wieder eine Wetterfahne samt Kugel und Stern.

Von Bettina Bertram

Reformationstag, 13 Uhr, Gersdorfer Kirche. Während einer Festandacht im Freien wurde gestern der vergoldete Turmknopf, der in Gersdorf die Form einer Eichel hat, wieder auf den Turm der Kirche aufgesetzt. Wie aus einer anderen Sphäre reflektierte die Turmbekrönung den Glanz der wolkenlosen Mittagssonne. Es ist über ein halbes Jahrhundert her, dass zum letzten Mal eine Turmbekrönung in Gersdorf stattfand.

Die goldene Kugel enthält unter anderem eine aktuelle SZ. © Pawel Sosnowski/pawelsosnowski.c

Die aus Stahl geschmiedete Wetterfahne und den glänzenden Stern hatten die Restauratoren der Firma Ostmann und Hempel aus Wilsdruff bereits vor der Veranstaltung in über 30 Meter Höhe hinauf-transportiert. Vor drei Jahren war die Wetterfahne nach einem Sturmschaden zur Gefahr geworden und vom Turm abmontiert worden, berichtet Diplommetallrestaurator Uwe Ostmann. An der Eichel haben die Restauratoren grobe Deformierungen beseitigt und das kostbare Kupferbehältnis mit Blattgold schick gemacht.

Die große Frage „Was kam in die Turmkugel hinein?“ kann Gerd Wittwer ganz genau beantworten: Denn während der Posaunenchor fünf Strophen „Ich singe dir mit Herz und Mund“ und „Ein feste Burg ist unser Gott“ anstimmte, Pfarrer Bertram über „lebendige Steine“ sprach und die Architektin Doris Kohla auf weitere Schäden am Turm hinwies, machte sich der Friedersdorfer mit Löt-Utensilien und Propangas in der Leichenhalle an die Arbeit, die unterdessen befüllte Kupferkartusche mit einer Heißnaht zu verschließen. Wittwer hat in den zylinderförmigen Behälter eingelötet: „einen vom Pfarrer verfassten Abriss der weltlichen und kirchlichen Geschichte der vergangenen 51 Jahre, eine Sächsische Zeitung vom 30.10.2018, ein Monatsheft „Der Schöpsbote“, aktuelle Euro- und Centmünzen und ein Foto der Gemeindekirchenratsmitglieder“. Das sind aus Gersdorf Kerstin Frenzel, Brigitte Kurth, Elke Nicht, Christa Rogalsky und Steffi Schröter. Denen wurde – wie auch den beteiligten Firmen – im Anschluss noch einmal besonders für ihren Einsatz gedankt. Die Kupferkartusche wurde zusammen mit der früheren Kartusche in die Turmkugel gelegt. Der goldene Turmknopf sieht nicht nur prächtig aus, sondern bildet nun wieder den Wetterschutz für die gesamte Turmkonstruktion, erläuterte Doris Kohla in schwindelerregender Höhe.