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Eine halbe Million Euro für die Frühlingsbergschule

Seit 25 Jahren geht Sohland mit Wehrsdorf und Taubenheim zusammen. Das wurde mit einer Festveranstaltung gefeiert. Und es gab ein unerwartetes Geschenk.

Die Frühlinsbergschule in Sohland soll saniert werden. Jetzt gab es Fördermittel in Höhe von 649 000 Euro. © Archivfoto: SZ/Uwe Soeder

Sohland. Bei einer Ehe bedeuten 25 Jahre Gemeinsamkeit die Silberhochzeit. In Sohland gingen vor 25 Jahren die drei bis dahin selbstständigen Gemeinden Sohland, Taubenheim und Wehrsdorf eine Ehe ein. Zur „Silberhochzeit“ fand im Taubenheimer „Haus Oberlausitz“ genau am Hochzeitstag, dem 1. März, eine Festveranstaltung statt. Und jener Mann, der als der „geistige Vater der Einheitsgemeinde“ gilt, nämlich Landrat Michael Harig, überbrachte ein unerwartetes Geschenk. Im Gepäck hatte er den Zuwendungsbescheid für die Sanierung der Frühlingsbergschule in Höhe von 649 000 Euro. Sohlands Bürgermeister Hagen Israel war total überwältigt, denn er hatte den Antrag erst vor knapp zwei Wochen eingereicht. Eine solche Geschwindigkeit sollte maßstabsetzend sein, wünschte er sich.

Michael Harig ist der Amtsvorvorgänger von Hagen Israel. Er hatte sich 1994 stark für die Gemeindefusion eingesetzt. Obwohl die drei Orte mit damals 5 000 und je 2 000 Einwohnern auch allein lebensfähig gewesen wären, habe sich das Zusammengehen auf alle Fälle ausgezahlt. Denn dies bedeutete rund 660 000 D-Mark mehr an Schlüsselzuweisungen pro Jahr. So konnte in den zurückliegenden Jahren viel investiert werden, was dazu geführt hat, dass sich Sohland sehen lassen kann, und zwar in vielerlei Hinsicht. In seiner Festrede führte Hagen Israel an, dass die nunmehr 6 800 Einwohner zählende Gemeinde ein attraktiver Ort zum Leben und Arbeiten und auch für Touristen interessant ist. Mit 45 Vereinen habe Sohland auch kulturell und sportlich viel zu bieten. Für ihr ehrenamtliches Engagement bekamen alle Vereine eine Ehrenurkunde verliehen. Die Kinderchöre der Grundschulen Wehrsdorf und Sohland, der vereinigte Kirchenchor aller drei Orte, die Blaskapelle Wehrsdorf und die Mundartgruppe „Die Griebsche“ aus Taubenheim unterhielten die rund 120 Gäste der Festveranstaltung.

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Engagiert für die Sternwarte

Gelobt wurde auch die Partnerschaft mit der Gemeinde Gangelt in Nordrhein-Westfalen, die bereits seit 1990 besteht und auch heute noch durch lebendige Beziehungen gepflegt wird. In den 90er-Jahren, als hierzulande eine hohe Arbeitslosigkeit herrschte, habe Gangelt hiesigen jungen Leuten nicht nur Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt, sondern sie wurden sogar in Gastfamilien untergebracht. Durch den Austausch von Informationen wurden damals Grundlagen gelegt, die noch heute ihre Früchte tragen. – Fünf Bürgern, die sich in den letzten Jahrzehnten besonders um ihre Heimatgemeinde verdient gemacht hatten, bekamen die Ehrenbürgerwürde. Wolfgang Knobel wurde für sein Lebenswerk geehrt, das sich ganz um die Sternwarte Bruno H. Bürgel dreht. Seit 52 Jahren ist der frühere Astronomie-Lehrer Mitglied im Sternwarten-Verein und seit 40 Jahren dessen Vorsitzender. Roland Böhme ist der Sohlander Ortschronist und er betreut auch das Heimatmuseum. Seit 1994 veröffentlicht er Bücher zur Heimatgeschichte. Im Oberlausitzer Hausbuch sind allein 21 Artikel zu verschiedensten Themen von ihm erschienen. Heinz Vetter sorgte 1990 für die Wiederbelebung der Waldbühne und stand dort selbst unzählige Male als Chef der Mundartgruppe auf den Brettern. Joachim Geißler kümmerte sich um die Sanierung des Waldbades Wehrsdorf und als Vorsitzender des Waldbadvereins um dessen Erhalt. Posthum als Ehrenbürger geehrt wurde der 2015 verstorbene Ex-Bürgermeister von Taubenheim, Reiner Israel, der unter anderem den Dorfclub ins Leben gerufen hatte.