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Eine halbe Million Euro für Pieschen

Für zwei Projekte im Viertel gab es nun eine Förderung. Davon können Ateliers saniert werden und Anwohner Theater machen.

Von Sarah Herrmann

Ein neues Dach ist schon lange notwendig. Doch aus eigener Kraft kann der Verein „Geh8“ eine Sanierung nicht bezahlen. Nun gab es für die Mitglieder eine schöne Überraschung. Die Stadt überreichte mehr als 403 000 Euro Fördermittel. Damit kann die ehemalige Wagenreparaturwerkstatt der Deutschen Bahn auf der Gehestraße saniert werden. Nicht nur das Dach wird erneuert, auch Arbeiten an der Fassade sowie an der Elektronik sind geplant. Seit 2007 ist der Verein im einstigen Bahn-Gebäude beheimatet. In elf Ateliers und einer rund 300 Quadratmeter großen Ausstellungshalle wird regelmäßig Kunst produziert und präsentiert. Das Geld kommt aus dem europäischen Fonds für Nachhaltige Stadtentwicklung. Damit sollen demografische, soziale und wirtschaftliche Nachteile im Nordwesten eingedämmt werden.

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Auch ein weiteres Pieschener Projekt profitiert nun von Fördermitteln. Der Verein Theaterpädagogisches Zentrum Sachsen will mit mehr als 74 000 Euro ein Begegnungstheater mit dem Namen „Forum Pieschen“ finanzieren. In den Aufführungen sollen Alltagsherausforderungen dargestellt werden, mit denen die Pieschener zu kämpfen haben. So sollen die Anwohner beispielsweise für die Probleme von Langzeitarbeitslosen, alleinerziehenden Müttern, Suchtkranken oder Migranten sensibilisiert werden. Gespielt werden diese Personen ebenfalls von Pieschenern. So soll das nachbarschaftliche Miteinander gefördert werden. Angelaufen ist das Projekt bereits am 18. April.

„Programme dieser Art sind wichtig für eine harmonische und ausgeglichene Entwicklung einer Stadt. Kommunen, Vereine oder Ehrenamtliche können lebens- und alltagsnah Projekte auf die Beine stellen, die auch sozial benachteiligte Personen integrieren, ihnen Halt und eine Aufgabe geben. Außerdem wird das nachbarschaftliche Miteinander gefördert“, sagt Innenminister Roland Wöller (CDU), der das Geld zusammen mit Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Grüne) überreichte.