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Eine Insel für die Toten

Auf dem Dresdner Heidefriedhof kann man sich bald ganz nah am Wasser bestatten lassen. Dies ist auch eine Reaktion auf die Konkurrenzangebote im Umland.

Von Sandro Rahrisch

Dresden. Grab an Grab oder auf einer anonymen Urnenwiese die letzte Ruhe finden, dieser Gedanke behagt nicht jedem. Zwar sind Seebestattungen in Sachsen nicht möglich. Auf dem Heidefriedhof können Verstorbene dem Wasser aber bald ganz nah sein.

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Auf Dresdens größtem Friedhof entsteht ein Teich mit einer kleinen Insel. Das Ufer wird etwa 85 Meter lang und 25 Meter breit, die Insel misst rund 2 000 Quadratmeter. Eine Fläche, etwa so groß wie die des Rundkinos an der Prager Straße. Zur Insel wird eine kleine Brücke führen. Verstorbene sollen sowohl auf der Insel als auch am Ufer beigesetzt werden können – in der Urne und im Sarg. „Wir reden von 1 000 und mehr“, sagt Robert Arnrich, Leiter des städtischen Friedhofs- und Bestattungswesens. „Das wird die erste Anlage dieser Art in Sachsen sein.“

Wer auf dem Wasser beigesetzt werden möchte, kann dies in Deutschland nur auf der Nord- und Ostsee tun. Dabei wird eine biologisch abbaubare, wasserlösliche Urne mit der Asche des Verstorbenen versenkt. Abhängig vom Bundesland ist eine behördliche Genehmigung nötig. Die Beisetzung in einem See ist in Deutschland generell verboten.

Die ersten Arbeiten an der neuen Anlage haben bereits begonnen. Teich und Insel werden voraussichtlich im kommenden Frühjahr fertig sein. Bepflanzt wird das Eiland allerdings erst im darauffolgenden Frühling. Erst dann sind die ersten Bestattungen am „Heidesee“ möglich. Wenn es so weit ist, genüge es, bei der Friedhofsverwaltung anzurufen und Interesse anzumelden, so Robert Arnrich.

Reaktion auf Angebote im Umland

Das Angebot ist auch eine Reaktion auf neue Bestattungsangebote im Umland. So können Verstorbene in Niederau bei Meißen wahlweise unter Buchen, Eichen oder Kiefern inmitten des Landschaftsschutzgebietes Friedewald bestattet werden. Damit sich wieder mehr Menschen für die Dresdner Friedhöfe entscheiden, müssten Bestattungsangebote geschaffen werden, die der heutigen Trauerkultur gerecht werden, heißt es im Friedhofskonzept, das der Stadtrat letzte Woche beschlossen hat. Baumbestattungen werden auf dem Heidefriedhof bereits seit über zehn Jahren angeboten. Zur Zukunftsstrategie gehören für die Stadt aber auch sogenannte „All-Inklusive“-Angebote, die vom Grabstein bis zur Pflege für 20 Jahre alles abdecken.

www.bestattungen-dresden.de