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Riesa

Eine Karriere bei der Polizei

Hundertschaft, Autobahnpolizei, Lagezentrum – Andreas Wnuck hat als Polizeibeamter wenig ausgelassen. Ungewöhnlich, heißt es aus der Polizeidirektion.

Der neue Leiter des Polizeireviers Riesa, Erster Polizeihauptkommissar Andreas Wnuck.
Der neue Leiter des Polizeireviers Riesa, Erster Polizeihauptkommissar Andreas Wnuck. © Eric Weser

Riesa. Eigentlich hatte Andreas Wnuck Jura in Jena studieren wollen. „Den Studienplatz hatte ich schon, aber plötzlich existierte der nicht mehr“, sagt der Erste Polizeihauptkommissar. Denn sein Abitur fällt genau auf die Wendezeit – und da werden die Fakultäten an den Universitäten gerade kräftig umstrukturiert. Da trifft es sich gut, dass ein Bekannter Wnuck schon vor der Wende hatte für die Volkspolizei rekrutieren wollen. 

Der entsprechende Aktenvermerk geht an die neue, sächsische Polizei über. Und die schreibt den Abiturienten an, ob er noch Interesse am Polizeiberuf habe. Er hat. Und so steigt der gebürtige Döbelner 1990 bei der Leipziger Bereitschaftspolizei ein, leistet nach der Ausbildung einige Wochen Dienst in einer Hundertschaft, bevor er nach Dresden in den regulären Streifendienst versetzt wird.

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Bis 1997 fährt er bei der Autobahnpolizei Streife. „Damals gab es noch Abschnitte ohne Mittelleitplanke – mit derart folgenschweren Verkehrsunfällen, dass man sie sich heute kaum noch vorstellen kann“, sagt Wnuck. Von der Autobahn wechselt er für ein Studium an die Polizeihochschule nach Rothenburg in der Lausitz, anschließend geht es als Dienstgruppenführer nach Dresden. 2002, nach dem großen Hochwasser, kommt sein erster Einsatz in Riesa – wo es damals noch eine eigene Polizeidirektion gibt und man Wnuck im Lagezentrum braucht. 

Hier bleibt der Beamte, bis die Direktion mit den Nachbarn aus dem Osterzgebirge fusioniert und ihren Sitz nach Dresden verlegt. Dort leitet der Döbelner vier Jahre größere Polizeieinheiten, sogenannte Einsatzzüge, bevor er 2009 nach Riesa zurückkehrt – als Leiter Streifendienst. Ab 2013 folgen zwei Jahre in selber Position im Revier Freital, bevor ihn ein Ruf aus Riesa ereilt: Der damalige Revierleiter Hermann Braunger will Wnuck gern wieder als Stellvertreter vor Ort haben – aktive Nachfolgeregelung, sozusagen.

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Die Sicht vom mittlerweile in Pension gegangenen Braunger teilt man bei der Polizeidirektion, die Andreas Wnuck zum Jahresbeginn 2020 zum Leiter des Polizeireviers beruft. „Wnucks Vita bildet eine Vielfalt von polizeilicher Tätigkeit ab, die man selten in einer einzelnen Biografie findet“, sagt Polizeisprecher Marko Laske. Jetzt ist Wnuck Chef von 106 Mitarbeitern, darunter knapp 100 Beamten. (SZ/csf)