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Eine klare Grenzüberschreitung

Andreas Weller über Asylkritiker, die Politiker „besuchen“.

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© SZ

Protest von Bürgern ist völlig legitim, darüber kann man nicht streiten. Aber was sich hier gerade in unserem Land abspielt, ist eine klare Grenzüberschreitung! Angriffe auf Büros von Politikern sind in Sachsen bereits trauriger Alltag geworden. Dann der Angriff auf die Privatwohnung des Justizministers Gemkow, und keine 24 Stunden später belagern Dresdner, die ein Problem mit der Asylpolitik der Stadt haben, Oberbürgermeister Dirk Hilbert an dessen Wohnung.

Nein, das ist kein Abgeben eines Protestschreibens. Denn das hätten diese Leute auch am Rathaus tun können. Hier wird das Stadtoberhaupt und seine Familie belagert, vielleicht sogar verängstigt und bedroht. Das ist nicht lustig und auch keine clevere Aktion, um auf seine Ängste und Sorgen aufmerksam zu machen. Wie weit wollen und werden diese Menschen noch gehen?

Einige Ewiggestrige haben bereits mehr gemacht: Feige Anschläge auf Asylunterkünfte gab es in Dresden und ganz Sachsen. Gut, Molotowcocktails sind nicht in Hilberts Haus gelandet. Nun kann man sagen, dass ein Oberbürgermeister mehr aushalten muss als andere Bürger. Ja, aber auch da gibt es Grenzen – und wenn es nur der Anstand ist.

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