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Eine Kur fürs Kriegerdenkmal

Die Gedenkstätte für die im Ersten Weltkrieg Gefallenen in Zschaitz sieht verwahrlost aus. Ist es möglich, das zu ändern?

© Dietmar Thomas

Von Frank Korn

Zschaitz. Das Kriegerdenkmal vor der Kirche in Zschaitz sieht verwittert aus. Das Gestein ist teilweise vom Moos überzogen. Die Namen der Gefallenen aus dem Ersten Weltkrieg, die aus Zschaitz und Umgebung stammten, sind kaum noch zu erkennen. Vor einiger Zeit sind die Fugen mit einem dunklen Material behandelt worden.

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Ein Zustand, der Volker Bromme und Christian Winkler nicht gefällt. Die beiden Männer sind die Ortschronisten der Gemeinde und setzten sich gemeinsam mit anderen Bürgern für den Erhalt des Denkmals ein. Schon vor dem 100. Jahrestag des Beginns des Ersten Weltkriegs hatten sie sich für eine Restaurierung des Denkmals starkgemacht. Es erfolgte eine Begutachtung durch einen ortsansässigen Steinmetz. „Der Fachmann hat uns damals wenig Hoffnung gemacht“, sagt Volker Bromme. Durch das bei früheren Ausbesserungsarbeiten verwendete Material würden rasch wieder Verfallserscheinungen auftreten. Die Ausgaben für die Restaurierung wären also umsonst, so die Aussage des Fachmanns.

Dennoch wollten die beiden Ortschronisten nicht aufgeben. Sie wandten sich an Bürgermeister Immo Barkawitz. Der nahm wiederum Verbindung zu Stefan Dähne, Gebietsreferent Denkmalschutz beim Landratsamt Mittelsachsen auf. Der Experte riet davon ab, eigenmächtig Sanierungsversuche am Denkmal zu starten. Er empfahl der Gemeindeverwaltung, einen Fördermittelantrag zur Sanierung, Säuberung und Reparatur des Denkmals zu stellen. Der nächstmögliche Termin zur Abgabe eines Fördermittelantrages ist der September.

Fugen nicht fachgerecht ausgefüllt

Allerdings muss vor einer Sanierung erst noch ein Fehler aus früheren Zeiten beseitigt werden. „Nach Aussagen eines Fachmanns von einer für die Restaurierung infrage kommenden Firma war eine vor einigen Jahren vorgenommene Fugenausfüllung nicht ganz fachgerecht. Das aufgebrachte Material muss entfernt werden, weil es sich mit dem Stein des Denkmals nicht verträgt“, erklärt Christian Winkler.

Nach Aussage der Firma, die eine Komplettsanierung – wieder mit lesbaren Schriftzügen mit den Namen der Gefallenen – in diesem oder im nächsten Jahr vornehmen würde, erstrecken sich die Kosten auf etwa 5 000 Euro. „Wir hoffen, dass wir einen Großteil der Summe mit Fördermitteln abdecken können. Ergänzend könnten Spendengelder aufgebracht werden“, sind sich die beiden Ortschronisten einig.

Gemeinsam mit der Gemeinde Zschaitz-Ottewig und Pfarrer Reinhard Mehnert von der Kirchgemeinde Jahnatal hoffen Volker Bromme und Christian Winkler, dass das Kriegerdenkmal bald wieder in Glanz erstrahlt. Auch für das zweite Denkmal direkt daneben haben sie eine Idee. „Vielleicht lässt sich eine Gedenktafel für die im Zweiten Weltkrieg Gefallenen anbringen“, regt Christian Winkler an.