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Eine Lehre statt Leere

Peter Anderson über die Verantwortung des Bundes

© Claudia Hübschmann

Hunderte Asylbewerber sitzen im Landkreis Meißen zwischen den Stühlen. Sie erhalten kein Asylrecht. In ihre Heimatstaaten können sie nicht abgeschoben werden, weil sie zum Beispiel nicht über gültige Papiere verfügen.

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Diese Menschen leben oft in Gemeinschaftsunterkünften. Sie sprechen unsere Sprache nicht oder nur gebrochen. Ihre Chancen, einen Deutschkurs zu besuchen, stehen schlecht. Arbeiten dürfen sie nicht. Die Folgen sind – zumal es sich nicht selten um junge Männer handelt – absehbar: Die Perspektivlosigkeit in jeglicher Hinsicht führt zu Trinkerei, Drogenkonsum, Gewalt, Kriminalität.

Für dieses Problem gibt es eine Lösung: Den Geduldeten muss eine Zukunft gegeben werden. Der Weg in die Zukunft kann unterschiedliche Formen annehmen: So könnte Deutschland mit den Heimatstaaten aushandeln, dass sie ihre Landeskinder ohne Papiere zurücknehmen, vielleicht erleichtert durch deutsche Hilfe bei Ausbildung und Jobsuche. Eine zweite Möglichkeit wäre, die befristete Zeit des Aufenthaltes im Kreis sinnvoll zu gestalten. Wer hier Deutsch und ein Handwerk gelernt hat, wird später seine Heimat voranbringen können, zu Hause als Botschafter Europas wirken. Gleichzeitig wird so einem Abdriften in Kriminalität und den Schwarzmarkt vorgebeugt.

Klar ist auch, wer für diese Perspektive finanziell zuständig ist: Der Bund muss zahlen, denn er hat in Person der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) 2015 entschieden, auch den Geflüchteten ohne Aussicht auf Asyl in Europa Tür und Tor zu öffnen.

Seiner Verantwortung am besten gerecht würde der Bund, wenn er Landratsamt und Kommunen mit Geld in die Lage versetzen würde, diese Herausforderung anzugehen. Vor Ort kennt man Akteure wie Bildungsträger, Unternehmen und Vereine am besten. Hier hat man durch das Jobcenter Erfahrung mit ähnlichen Aufgaben. An der Basis ist das Gespür für Problemlagen besonders gut ausgeprägt, lässt sich deutlich schneller reagieren, als mit schwerfälligen Bundesbehörden wie der Bundesanstalt für Migration und Flüchtlinge oder der Arbeitsagentur.

E-Mail an Peter Anderson