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Eine Liebeserklärung an Radebeul

Die Musikerin Miss Rockester hat einen Song für die Stadt geschrieben. Und das, obwohl es Radebeul ihr manchmal gar nicht leicht macht.

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© Band

Von Beate Erler

Radebeul. Schon vor zehn Jahren war sie verliebt. Und sie ist es immer noch. Deshalb hat Silvana Mehnert ein Lied für ihre Angebetete geschrieben. Eine Liebeserklärung an die Stadt, in der die Dresdnerin seit über zehn Jahren lebt. „Ich gehör hier her“ ist der Titel und gleichzeitig der Refrain des Songs, den sie jetzt noch einmal neu aufgenommen und mit einem Video gekrönt hat.

Erst kürzlich ist sie umgezogen, aber natürlich in Radebeul geblieben. Eigentlich ging es nur einige Meter weiter Richtung Elbe. Aus ihrer kleinen Wohnung in Altkötzschenbroda auf die Uferstraße, gegenüber vom Restaurant Dampfschiff. Hier fühlt sich Silvana Mehnert alias Miss Rockester wie im Urlaub. „Mit dem Blick ins Grüne, der Elbe und dem Radweg direkt vor dem Fenster komme ich nach anstrengenden Auftritten schnell runter“, sagt sie.

Mit ihrer A-cappella-Band „Medlz“ reist sie viel umher und hat circa 100 Auftritte im Jahr. Wie sie sich fühlt, wenn sie danach hier ankommt, beschreibt sie in ihrem Lied „Ich gehör hier her“ und singt von der Freude, die sie empfindet, wenn sie Radebeuls Hügel vor sich sieht. Davon, dass sie jeden Winkel und jedes einzelne Straßenlicht kennt.

Aber es ist nicht nur die Umgebung, die sie mag, sondern es sind vor allem die Menschen, sagt die 36-Jährige. „In meinem Job bin ich viel in Hotels, aber wenn ich zu Hause bin, möchte ich diese Anonymität nicht haben.“ In Radebeul habe sie eine Nähe und Hilfsbereitschaft gefunden, die sie in Dresden so nicht kennengelernt hat, sagt sie. Gleich nach ihrem Einzug zum Beispiel sind ihre Nachbarn auf sie zugekommen, haben sich vorgestellt und Hilfe angeboten.

Auch davon handelt der Song, den sie gemeinsam mit dem Schlagzeuger Gunnar Nilsson und dem Gitarristen Krishn Kypke im Radebeuler Lügenmuseum neu eingespielt hat. Im Video nicht zu sehen, aber zu hören ist das Cello, gespielt vom Letzte-Instanz-Musiker Benni Cellini.

Aus der Variante vom ersten Album ist so ein melancholisches Akustik-Stück geworden. Noch zwei weitere Videos wurden an jenem Tag im Lügenmuseum aufgenommen. Eines soll noch diesen Monat veröffentlicht werden. Silvana Mehnert ist großer Shakespeare-Fan und hat eines seiner Gedichte in Musik verwandelt. Bei einer Lesung im Lügenmuseum hat sie den Ort mit seinen skurrilen und fantasievollen Objekten entdeckt. „Ich habe gedacht, da brauchen wir keine Requisiten. Wir müssen uns einfach nur reinsetzen“, sagt sie und lacht.

Hier will sie auch bald ein kleines Konzert spielen und überhaupt gern viel öfter in Radebeul auftreten. Doch das ist gar nicht so einfach. Schon mehrmals habe sie sich für das Weinfest und andere Veranstaltungen beworben. „Leider werden die einheimischen Künstler in Radebeul aber nicht sehr gefördert“, sagt die Musikerin. Deshalb sind ihre beiden nächsten Auftritte auch erst einmal in Pirna und Hoyerswerda.

www.miss-rockester.com