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Eine Mauer sorgt für Ärger

Eine Wand an der Kirche wird mit Granitblöcken wiederaufgebaut – das passt den Heimatfreunden gar nicht.

© Klaus-Dieter Brühl

Von Antje Steglich

Glaubitz. Das Urteil von Dietmar Marx über die neue Mauer an der Kirchgasse ist vernichtend. „Das ist ein monströses Bauwerk. Das sieht hässlich aus“, behauptet der Glaubitzer. Und mit dieser Meinung stehe er nicht alleine da, sagt er als Mitglied des Freundeskreises der Glaubitzer Heimatgeschichte. Was ihn an dem Bauwerk so stört? Statt mit Bruchsteinen wie bisher, wurde die Mauer mit Granitblöcken wieder aufgebaut – und das passt nicht zur Ortsansicht, findet Dietmar Marx.

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Schon seit Ostern dieses Jahres beschäftigt die Mauer an der Auffahrt zur Kirche die Glaubitzer Gemüter. Damals hatte es mehrere Steine herausgedrückt, die noch monatelang am Fuße des Bauwerks lagen. Später wurden sogar noch weitere gefährdete Stellen entdeckt, an denen sich die Mauer bereits nach außen wölbte. Ende August schließlich beschloss der Gemeinderat, etwa 10 000 Euro in die Hand zu nehmen und die Mauer wieder aufzubauen. Nicht mit den preiswerten Betonstützelementen, sondern mit Natursteinen. Da ringsherum Natursteinmauern stehen, wolle man auch diesen Teil wieder ortstypisch aufbauen, hatte damals Bauamtsleiter Uwe Riedel erklärt.

Welche Natursteine das Unternehmen GeWa-Bau George aus Merzdorf verwenden sollte, stand allerdings nicht in der Ausschreibung, sagte jetzt Bürgermeister Lutz Thiemig (parteilos) auf SZ-Nachfrage. Aber schließlich sei Granit ein Naturstein und werde sicher noch in den nächsten Jahren nachdunkeln und dann nicht mehr ganz so hell wie jetzt erscheinen. „Über Geschmack lässt sich streiten. Ich aber finde nicht, dass es hässlich aussieht“, so Bürgermeister Thiemig mit Blick auf die Meinung der Heimatfreunde. Und sowieso hätte sich die Gemeinde Glaubitz eine neue Bruchsteinwand auch gar nicht leisten können.

Weil man die bisherigen Bruchsteine nicht wieder verwenden konnte, hätte eine ähnliche Mauer bis zu 1 000 Euro pro Quadratmeter allein an Material gekostet. „Wir reden hier aber über eine Grundstücksmauer, die auch nicht unter Denkmalschutz steht. Da stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, an dieser Stelle so viel Geld auszugeben“, erklärte Lutz Thiemig. Verwaltung und Gemeinderat waren letztlich nicht der Ansicht – und scheinen mit dem Ergebnis nun auch zufrieden zu sein.

Dietmar Marx kann sich damit aber nicht anfreunden. „Ich bin massiv dagegen.“ Und er stellt sich die Frage, warum dann nicht ganz auf die Mauer verzichtet wurde, um auf dem kommunalen Grundstück dahinter zum Beispiel Parkplätze für den Friedhof gegenüber einzurichten. „Der ist schließlich noch die nächsten hundert Jahre da. Und da müssten die Leute nicht immer auf der schmalen Straße stehen“, so der Glaubitzer.

Doch auch zu der Parkplatzidee gibt es vom Bürgermeister ein klares Nein. Denn zum einen sei auch das ein Fass ohne Boden – der Hang hinter der Mauer hätte abgetragen, Stützwände zum Nachbargrundstücke hätten errichtet und der Parkplatz hätte befestigt werden müssen. „Außerdem ist es Bauland. Und wir werden kein Bauland für Parkplätze zur Verfügung stellen“, erklärte Lutz Thiemig. Er sähe auch gar keinen Bedarf an zusätzlichen Parkflächen. Friedhofsbesucher könnten ihre Autos schon jetzt sowohl an der Sageritzer Straße als auch gegenüber der Kirche abstellen: „Und es ist zumutbar, ein paar Meter zu laufen.“