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Eine Million mehr fürs neue Archiv

Der Landkreis lässt ein Gebäude an der Löbauer Straße in Bautzen umbauen. Vor allem der Brandschutz wird nun teurer. Langfristig soll es sich trotzdem auszahlen.

© Steffen Unger

Von Jens Fritzsche

Bautzen. Die halbe Million Euro reicht nicht aus. Für den Um- und Ausbau des alten Werkstattgebäudes an der Löbauer Straße zum neuen zentralen Lagergebäude für die Museen des Landkreises, das Deutsch-Sorbische-Volkstheater und die Oberlausitz-Kliniken braucht der Landkreis Bautzen nun fast eine Million Euro mehr.

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Allerdings wird sich die Investition trotzdem bezahlt machen, „wenn auch nicht, wie ursprünglich geplant, schon nach 16, sondern erst nach 20 Jahren“, rechnet der zuständige Beigeordnete des Landkreises Udo Witschas vor. Denn wenn die Archive und auch der Malsaal des Theaters an diese zentrale Stelle umziehen, kann der Kreis zum Beispiel auf bisher angemietete Flächen verzichten – und auch die eigentlich ins Auge gefasste Erweiterung des Archivs in Kamenz muss nun nicht kommen. Am Jesauer Feldweg in Kamenz lagern die Aktenbestände der Kreisverwaltung, die sozusagen für immer archiviert werden müssen – in Bautzen sollen dann hingegen die Akten liegen, die nur für eine bestimmte Zeit aufbewahrt werden müssen. Insgesamt kann der Kreis nach der Fertigstellung des Gebäudes an der Löbauer Straße in Bautzen dann jährlich 210 000 Euro an Miete und für notwendige Technik sparen.

Dass der Umbau an der Löbauer Straße teurer wird, hat vor allem zwei Gründe: Zum einen stellte sich heraus, dass das als Malsaal für das Theater vorgesehene Erdgeschoss mit seiner Raumhöhe von knapp 5,80 Metern nicht ausreicht. Es muss also ein neuer Malsaal angebaut werden. Zum anderen waren der Landkreis und auch die Bautzener Bauaufsicht davon ausgegangen, dass der vorhandene Brandschutz im Gebäude ausreiche. Bei einer neuerlichen Brandschutzprüfung stellte sich allerdings heraus, dass hier aufgrund des Alters an etlichen Stellen neue Technik hermuss. Besonders bei den Rohr- und Leitungssystemen tut sich da ein erheblicher Erneuerungsbedarf auf. Deshalb hatte der Landkreis sämtliche Baumaßnahmen gestoppt, um zunächst ein neues Konzept zu erarbeiten. „Und auch, um zum Beispiel nach Einsparmöglichkeiten und Fördertöpfen zu suchen“, so Witschas.

Effektiveres System

Für die Theaterräume liegt bereits eine Förderzusage in Höhe von 50 Prozent vor. Auch für die Museumsbereiche gibt es wohl schon positive Fördersignale, ließ Udo Witschas während der jüngsten Kreistagssitzung durchblicken. Denn die Kreisräte mussten die Mehrausgaben zunächst noch absegnen –  und taten das auch.

Nicht zuletzt, weil sie das Konzept samt der Sparvorschläge schlüssig fanden. So wurden zum Beispiel die an die Löbauer Straße eingeplanten Lagerflächen für das Depot des Kamenzer Museums der Westlausitz von bisher 300 Quadratmeter auf dann 400 erhöht. Damit kann der Kreis in Kamenz angemietete Flächen abgeben; was Mietkosten spart. Zudem ist insgesamt für die Archive der einzelnen Kreis-Einrichtungen ein effektiveres System für die Lagerung entwickelt worden, was Platz- und vor allem teure technische Anforderungen einzusparen hilft, bei der Luftentfeuchtung oder der Abdunkelung zum Beispiel. Außerdem führt der Kreis bereits Gespräche mit den Energie- und Wasserwerken Bautzen, um das Gebäude an die kostengünstigere Fernwärmeversorgung anzuschließen. Eine der Leitungen dafür verläuft schon jetzt über das Grundstück.

Der Umbau an der Löbauer Straße soll dabei in den kommenden beiden Jahren weitgehend abgeschlossen sein, hieß es im Kreistag dazu.