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Eine neue Halle für Riesa

An der Lommatzscher Straße verbaut Autohändler Markus Seifert gerade 750 000 Euro. Autos verkaufen will er in dem Gebäude allerdings nicht.

© Sebastian Schultz

Von Christoph Scharf

Riesa. Eine imposante Stahlkonstruktion ist an der Lommatzscher Straße gewachsen. Schräg gegenüber vom Bus-Betriebshof hat Markus Seifert eine große Fläche planiert und ein Fundament errichten lassen. Längst zeichnen sich die Ausmaße des geplanten Gebäudes ab. Aber was baut der Autohändler dort eigentlich? „Eine Waschanlage, das hab ich mir schon lange gewünscht“, sagt der 46-Jährige. „Das Grundstück hat mir sowieso gehört.“

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Seit 20 Jahren betreibt Markus Seifert auf dem Areal des einstigen Aropharm-Werks einen Gebrauchtwagenhandel, der unter dem Namen „The Car“ firmiert. „Mancher Kunde kauft schon sein drittes oder viertes Auto bei mir.“ Aus der Sicht des Unternehmers passt eine Waschanlage perfekt dazu. „Wer dort wartet, kann sich gleich unsere ausgestellten Fahrzeuge anschauen“, sagt der Mann aus Hirschstein.

Bedarf für eine zusätzliche Waschanlage in Riesa sieht er jedenfalls – auch wenn gleich auf der anderen Straßenseite schon die Konkurrenz vertreten ist. „Bei uns wird die Technik das Neueste von Neuem sein“, verkündet er selbstbewusst.

Dafür investiert Seifert einen ordentlichen Betrag – nach eigenen Angaben macht das Projekt rund 750 000 Euro aus. „Allein die vorgeschriebene Abscheidertechnik kostet 15 000 Euro.“ Die soll verhindern, dass von Autos abgespültes Öl, Benzin oder Diesel in die Kanalisation geraten. Und warum ist das so teuer? „Man darf dabei zum Beispiel keine normalen Abwasserrohre verwenden, sondern muss speziell beschichtete nehmen“, erklärt Seifert.

Gewundert hat er sich auch darüber, dass an seinem Standort – mitten im Gewerbegebiet – ein Lärmschutzgutachten nötig war, das mit weiteren 4 000 Euro zu Buche schlug. „Dabei wohnt hier überhaupt niemand“, sagt der Autohändler, in dessen Nachbarschaft sich neben der anderen Waschanlage und dem Bus-Betriebshof etwa ein Reifenhändler und ein Baustoff-Spezialist befinden.

Weil trotzdem diese oder jene Genehmigung einzuholen war, ist das Projekt auch noch nicht ganz so weit, wie gedacht. „Eigentlich sollte es schon fertig sein“, sagt Seifert. „Aber dieses Jahr wird es auf jeden Fall noch.“ Dann will der Unternehmer, der an dem Standort bereits fünf Mitarbeiter beschäftigt, auch noch einen weiteren Arbeitsplatz schaffen. Denn die Halle wird nicht nur eine täglich 8-22 Uhr geöffnete Waschanlage zum Durchfahren erhalten, sondern auch noch einen Raum, in dem Autos von innen wieder richtig schick gemacht werden können. Kunden sollten sich dafür besser einen Termin machen. „So eine Aufbereitung kann bei einem Auto auch schon mal einen ganzen Tag dauern“, sagt Markus Seifert, der solchen Service auch für andere Autohändler anbietet.

Direkt hinter seinem Neubau findet sich jetzt eine Art Bauminsel, um die künftig Autos herumfahren. Darauf wachsen drei junge Eichen. „Ansonsten standen hier vor allem Pappeln und Birken – die haben wir gefällt. Aber die Eichen taten mir leid“, sagt der Unternehmer. Für sein mehrere 10 000 Quadratmeter großes Areal hat er noch weitere Pläne, etwa den Bau von Garagen. „Aber das wird alles nach und nach.“