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Politik

Eine neue linke Einheitspartei?

In der SPD werden die Rufe nach einer Prüfung eines Bündnisses mit Grünen und Linken lauter. Ein Kommentar von Peter Heimann.

© dpa/Montage: SZ-Bildstelle

Die ersten Träumer raten der arg gebeutelten SPD und der nicht minder kriselnden Linkspartei zur raschen „Wiedervereinigung“– am besten sofort. Nur so könne man die getrennte Verzwergung aufhalten: Zwölf plus acht ergibt wenigstens 20 Prozent, so die Milchmädchenrechnung. Mathematisch korrekt, politisch jedoch dämlich. 

Kann sein, dass eine neue Einheitspartei ein paar Wähler gewinnen könnte. Aber sie würde viel, viel mehr verlieren. Auf der Polit-Landkarte links der Mitte wäre schon viel gewonnen, wenn die lange eingeübte Kultur der gegenseitigen Missgunst bis hin zum blanken Hass zwischen den vor 100 Jahren getrennten Geschwistern einer gewissen Öffnung weichen könnte. 

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Noch schadet man sich häufig lieber selbst, als dem jeweils anderem etwas zu gönnen oder ihm ein wenigstens ein wenig entgegenzukommen. Selbst bei banalen Themen landet die Debatte oft genug beim Verrat, den Kriegskrediten, Rosa und Karl oder der Zwangsvereinigung, stalinistischen Lagern und Oskar und Sahra.

Für beide wäre sicher nicht von Nachteil, wenn häufiger als bisher die Vernunft über das Ideologische siegt. Wer eigentlich, wenn nicht die beiden staatsgläubigen linken Parteien, soll dafür sorgen, dass es auch für Otto Normalo fair zugeht, falls es wirklich mal ernst würde mit Klimaschutzpolitik? Die Grünen? Würden sich das in ehrlichen Stunden nicht mal selbst zutrauen. Eine linke Einheitspartei gehört zu den Spinnereien, die derzeit niemand braucht.

E-Mail an Peter Heimann.