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Döbeln

Eine öffentliche Toilette fehlt

Der neue Seniorenbeirat der Stadt kümmert sich um die Belange der älteren Döbelner. Ein paar Ideen hat er schon.

Stadtrat Lothar Schmidt ist Vorsitzender des neuen Seniorenbeirats. Er wünscht sich mehr Grün in der Stadt. Auf dem Rathausbalkon findet er es schon.
Stadtrat Lothar Schmidt ist Vorsitzender des neuen Seniorenbeirats. Er wünscht sich mehr Grün in der Stadt. Auf dem Rathausbalkon findet er es schon. © Jens Hoyer

Döbeln. Die Stadt Döbeln hat jetzt einen Seniorenbeirat. Das Gremium, das einen beratenden Charakter hat, soll sich um die Belange der älteren Leute in Döbeln kümmern. Vorsitzender ist der Stadtrat Lothar Schmidt, Mitglied der CDU-Fraktion. Es gibt eine Menge Dinge, die man in Döbeln im Sinne vor allem auch der älteren Leute verändern könnte, meint er. Der erste Punkt, den Schmidt anspricht, ist der Bau einer öffentlichen Toilette in der Innenstadt. Die Verwaltung arbeitet schon dran und der Seniorenbeirat soll mitarbeiten.

Im vergangenen Jahr war die stille Örtlichkeit im Stadtrat schon im Gespräch. Die Stadt stellt 60.000 Euro zur Verfügung. Das reicht aber bei weitem nicht. Gerade sei man dabei, eine Fördermittelquelle aufzutun, sagte Stadtsprecher Thomas Mettcher. Stehen wird die Toilette voraussichtlich im Bereich Niedermarkt. „Es muss eine Stelle sein, wo es die technischen Möglichkeiten gibt, wo niemand behindert wird und die Leute die Toilette auch finden“, sagte Mettcher. Die Realisierung wird noch dauern. Baubeginn ist nicht vor 2021, eher 2022.

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Über 30 Prozent der Bevölkerung in Döbeln sind Senioren. „Da entstehen auch Wünsche, das Leben zu erleichtern. Die Senioren fühlen sich nur wohl, wenn ihre Belange berücksichtigt werden. Und nicht nur in der Stadt. Auch das ländliche Umfeld ist wichtig“, sagte Schmidt. Bei den Personalien im Seniorenbeirat spiegelt sich das wider. Dem achtköpfigen Gremium gehören mit Lothar Schmidt, Dieter Hundrieser (CDU), Hermann Mehner (SPD) und Holger Pietzsch (AfD) vier Stadträte an. 

Dazu kommen vier berufene Bürger. Gabriele Dettmer ist Schmidts Stellvertreterin und soll die Verbindung zur Stadtverwaltung halten. Martin Friebel kennt sich mit Altenpflege aus und ist bei der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt involviert. Barbara Schwabe wohnt in Ziegra und vertritt damit den ländlichen Raum. Henry Knepper war von der AfD als berufener Bürger benannt worden. Laut Schmidt will der Beirat zum Sozialverband VdK Verbindung halten, der ältere und behinderte Menschen berät. Auch zu den Großvermietern WG Fortschritt und TAG Wohnen. Die Zusammenarbeit mit den anderen Ausschüssen sei ebenfalls wichtig.

Schmidt war als stellvertretender Oberbürgermeister oft bei Geburtstagen der ältesten Döbelner und hat dabei viel erfahren, was die Menschen bewegt. Den Leuten zuhören, dass will auch der Seniorenbeirat. „Wir wollen öffentliche Veranstaltungen organisieren, bei denen wir uns austauschen können. Auch im ländlichen Raum, weil die Anliegen dort andere sind“, sagte Schmidt.

Ein Problem, gerade auch in der Corona-Krise, sei die Vereinsamung viele älterer Leute. Bei der Wohnungsgenossenschaft Fortschritt, aber auch bei der TAG Wohnen mit ihren Treffpunkten gebe es da aber schon gute Ansätze. Problematisch sei teilweise auch der Zustand der Gehwege und Plätze. „Die Rollatorflotte hat da echt Schwierigkeiten. Das historische Pflaster ist schön, aber fahren Sie mal dort mit dem Rollator“, sagte Schmidt.

Ein anderes Problem ist seiner Meinung nach angesichts der heißen Sommer das Stadtklima. Vor allem ältere Menschen kämen mit der Hitze schlecht zurecht. Stadtbegrünung sei deshalb wichtig. Auch Brunnen, die Abkühlung bringen. „Wir müssen sehen, wie wir Wasser in die Stadt bringen. Es gibt viele Dächer in der Stadt, die wir für die Bewässerung der Grünflächen nutzen können“, sagte Schmidt. Stadtbäume hätten es sehr schwer. Schmidts Idee sind Baumpatenschaften. „Den Leuten muss aber das Wasser zur Verfügung gestellt werden.“ Auf den Friedhöfen wären mehr Zapfstellen schön, damit die älteren Leute die vollen Kannen nicht so weit schleppen müssen.

Themen für Verbesserungen sieht der Beirat viele. Mehr verkehrsberuhigte Zonen und Sitzmöglichkeiten, behindertengerechten Zugang zu Behörden, Freizeitangebote für Senioren. „Seniorentanz wird gut angenommen. In Oschatz gibt es dafür Karten auf Vorbestellung“, meint Schmidt.

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Anregungen von Bürgern nimmt der Seniorenbeirat gern entgegen. Sie können zu seinen Händen an die Stadtverwaltung Döbeln geschickt werden oder per E-Mail an die Adresse [email protected].

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