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Eine Sporthalle zu Weihnachten

Vom Freistaat erhält Bannewitz Fördergeld und kann so die 5,8 Millionen teure Sportstätte bauen. Die Zeit drängt.

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© Andreas Weihs

Von Stephan Klingbeil

Bannewitz. Die Gemeinde kann die neue Drei-Felder-Turnhalle bauen. Der neue sächsische Innen- und Sportminister Roland Wöller (CDU) hat Bannewitz am Freitag den letzten Sportfördermittelbescheid des Freistaats in diesem Jahr überreicht – ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Das Land unterstützt den Hallenbau mit fast 2,4 Millionen Euro an Zuschüssen. Die Gemeinde stellt 1,8 Millionen bereit, 1,5 Millionen Euro werden über Bankdarlehen gestemmt. Die Gesamtkosten: 5,8 Millionen Euro.

So soll die Halle einmal aussehen.
So soll die Halle einmal aussehen. © Grafik: Gemeinde/IPROconsult

„Mit diesen Zuschüssen können wir nun auch unser Gesamtkonzept für die Halle umsetzen“, erklärt Bauamtschef Markus Kirchner. Die konkreten Planungen würden jetzt beginnen. Der Grundstein soll im kommenden Herbst gelegt werden.

„Ich persönlich würde mich freuen, wenn die Sporthalle noch vor Weihnachten 2019 eröffnet würde“, sagt Kirchner. Vielleicht mit dem bei vielen Turnern der Region beliebten Weihnachtspokal seines Vereins, SG Empor Possendorf. Die 550 Mitglieder des Klubs sollen von dem Neubau vor allem an Wochenenden und Nachmittagen genauso profitieren wie andere Sportvereine. So werden ihn Mitglieder des SV Bannewitz mit den Abteilungen Tischtennis, Volleyball und Fußball sowie die Musik-, Tanz- und Kunstschule nutzen – ebenso die Feuerwehr für ihren Dienstsport. Auch weitere Übungsgruppen für Seniorensport, Dance-Aerobik und Gymnastik sollen dort eine neue Heimstätte finden.

Die neue Halle mit drei Feldern wird auf noch landwirtschaftlich genutzten Flächen an der Grund- und Oberschule „Am Marienschacht“ errichtet. Der Eigentümer, ein Kfz-Unternehmer aus Bannewitz, verkaufte das Areal an die Gemeinde, womit der Weg frei war für das ersehnte Projekt.

Der 60 Meter lange und 43 Meter breite Neubau hat dann eine Deckenhöhe von sieben Metern – damit dürfen dort im Volleyball auf jeden Fall Bezirksliga-Partien ausgetragen werden. Auch Basketball ist möglich. Neben den drei Feldern, die die Halle bietet, ist zudem eine Tribüne für 190 Zuschauer angedacht. Einen Trakt für Umkleiden, Sanitäreinrichtungen, Vereins- und Lagerräume enthält sie dann auch. Der Haupteingang befindet sich im Osten, die Halle ist über jenen Trakt zu erreichen. Große Fenster, teils mit Jalousien ausgestattet, sorgen künftig für viel Tageslicht.

Die Halle ist zudem laut Kirchner aus energetischer Sicht gut gerüstet für die Zukunft. Das Heizkraftwerk der gegenüberliegenden Schule versorgt sie mit Fernwärme. Die etwa 40 Quadratmeter große Solaranlage auf dem Dach werde Duschwasser erwärmen. Die Lüftungsanlage ermögliche obendrein eine Wärmerückgewinnung.

Alte Turnhalle wird neu genutzt



„Wir investieren in Sachsen auch weiterhin kräftig in Sportstätten. Vor allem die positive Entwicklung der Mitgliederzahlen in den Sportvereinen ist für uns Ansporn, daran festzuhalten“, sagt Wöller. „Mehr als 500 000 Leute treiben in Vereinen Sport in Sachsen, die Vereine platzen wegen des Zulaufs teils aus allen Nähten.“ Und Bannewitz und Umgebung sei eine boomende Region. „Die Politik tut gut daran, aus der Perspektive der Kinder zu denken, an die nächste Generation, also 25 Jahre im Voraus“, so der frühere Kultusminister.

Die Förderung des Hallenneubaus trage dem Rechnung. Die Einwohnerzahlen steigen seit Jahren, die Gemeinde profitiert vom Zuzug aus Dresden. Zurzeit entsteht an der B 170 eine neue Siedlung. Kitas wurden errichtet. Und laut der Landtagsabgeordneten Andrea Dombois (CDU), die sich ebenso für die Förderung des Neubaus einsetzte, müsste in ein paar Jahren in Bannewitz sicher eine neue Schule gebaut werden. Doch zunächst wird der Schulstandort der an der Straße Neues Leben ausgebaut.

Derzeit entsteht dort ein Anbau. Der Rohbau ist fast fertig. Bis Ende Juni 2018 sollen die Arbeiten beendet sein. Ab dem Schuljahr 2018/19 sollen die sieben neuen Fachkabinette für Informatik, Werken, Physik, Chemie, Musik und Kunst genutzt werden. Derzeit lernen 300 Ober- und 200 Grundschüler in dem Schulhaus.

Wird dann noch die neue Dreifeldhalle eingeweiht, kann die jetzige Ein-Feld-Turnhalle umgenutzt werden. Eine Zwischendecke wird eingezogen. Oben entstehen dann vier Klassenräume, unten werden die Schüler in der neuen Schulmensa mittagessen.

Der Startschuss für den Hallenneubau wurde in der Schule dringend herbeigesehnt. „Für Kinder und Lehrer wird das eine entscheidende Verbesserung sein“, erklärt ein überglücklicher Schulleiter Gert Winter. „Auch die Stundenpläne können dann anders und einfacher gestaltet werden.“ Aktuell sei es so, dass die jetzige Ein-Feld-Schulturnhalle fast immer doppelt besetzt sei, zwei Klassen mit rund 50 Kindern und Jugendlichen haben parallel Sportunterricht. Doch das soll sich möglichst mit der neuen Drei-Feld-Halle ändern.