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Eine Wendeschleife für die 308

Die Sperrung der Schönborner Straße verbannt den Bus aus Grünberg. Für die Sicherheit der Fahrgäste soll gesorgt sein.

© Thorsten Eckert

Von Nadine Steinmann

Montag, 12 Uhr. Keine Minute später. Ab diesem Moment wird die Schönborner Straße in Grünberg voll gesperrt sein. Autofahrer müssen ab diesem Zeitpunkt die ausgeschilderten Umleitungsstrecken nutzen. Und zwar für mehrere Monate. Denn „wir haben das Geld und wir haben die Firma. Wir sind bereit“ – so Dietmar Stoyan während einer Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Grünberger Salon. Der Mitarbeiter des Straßen- und Tiefbauamtes des Landkreis Bautzen ist in der Ortschaft kein unbekanntes Gesicht. Denn seit Jahren bereitet er gemeinsam mit der Ottendorfer Verwaltung und den Bürgern die geplante Sanierung der Kreisstraßen in der Ortschaft vor. Und nun ist es soweit. Montag, 12 Uhr – und keine Minute später.

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Während die Autofahrer also bereits ab Montag die Schönborner Straße meiden müssen, erhält der Bus der Linie 308 noch für drei Tage eine Ausnahmegenehmigung. Denn ursprünglich sind die Planer davon ausgegangen, dass es nicht nötig sein wird, die Schönborner Straße voll zu sperren. Bei einer halbseitigen Sperrung hätte der Bus problemlos seine bisherige Strecke fahren können. Doch aus Sicherheitsgründen wurde eine Vollsperrung nun doch notwendig. Und damit kommt die 308 nicht mehr in den Ort hinein. „Das war die größte Katastrophe während der Planungen“, gibt Baustellen-Betreuer Dietmar Stoyan offen zu. Doch der Sachbearbeiter ist auch der Meinung, dass es für alle Probleme eine Lösung gibt. Und die wurde ebenso an dieser Stelle gefunden – auch, wenn sie mit einigen Umstellungen und weiteren Wegen für die Fahrgäste verbunden ist. Denn die Bushaltestelle wird in der Schönborner Straße an den Ortseingang verlegt. Dort ließ der Landkreis extra eine Wendeschleife für den Bus bauen. Für die Fahrgäste und insbesondere für die Schüler aus Grünberg heißt es also ab Donnerstag: laufen.

Gefährlicher Weg zur Bushaltestelle

Laufen müssen auch die Schüler der Arnsdorfer Ortschaft Kleinwolmsdorf. Auch hier ist der Landkreis mit dem Ausbau der Kleinwolmdorfer Straße beschäftigt. Der Weg zur Ersatzhaltestelle der Linie 310 ist allerdings gefährlich, hat keinen Fußweg. Deswegen war Dietmar Stoyan in den vergangenen Tagen oft auch in Arnsdorf unterwegs, um eine Lösung für die besorgten Eltern zu finden. Dies hat ihn vermutlich für die nun beginnende Baustelle in Grünberg sensibilisiert. So soll seinen Aussagen zufolge die Beleuchtung auf dem Weg zur Bus-Wendeschleife verbessert werden. Außerdem will der Landkreis an der Ersatzhaltestelle die Möglichkeit schaffen, Fahrräder anzuschließen. Denn die Grünberger haben am Donnerstagabend dem Mitarbeiter des Landratsamtes darauf hingewiesen, dass einige Schüler nicht die ganze Strecke laufen, sondern eben auch radeln werden. Ein Hinweis, den der Sachbearbeiter gern aufgenommen hat und sich schnellstmöglich kümmern möchte.

Bis Ende des Jahres 2018 wird der Landkreis mit der Baustelle in Grünberg beschäftigt sein. Vorgesehen ist der Ausbau der Schönborner Straße, Lausaer Straße und Langebrücker Straße. Vorgesehen ist neben dem Ersatzneubau der Brücke über den „roten Graben“, der Neubau von vier Stützmauern sowie der grundhafte Ausbau des gesamten Bauabschnittes. Bestandteil der Baumaßnahme ist auch die Verlegung der Regen- und Schmutzwasserleitungen. Zudem wird der Gehweg durch die Gemeinde instand gesetzt. Die Arbeiten werden in vier Bauabschnitten durchgeführt. Der erste soll bis Ende April andauern. Dabei sei aber nach Angaben der Firma Stabag, die für die Arbeiten zuständig ist, keine Winterpause eingerechnet. Sprich, man hofft auf einen milden Winter.

Informationen zu Veränderungen an der Baustelle und neuen Sperrungen werden direkt an die von den Bauarbeiten betroffenen Bürger bekannt gegeben. Dietmar Stoyan hat die Bürger von Grünberg gebeten, in den kommenden Monaten Verständnis aufzubringen. In dringenden Fällen – wenn zum Beispiel der Wohnwagen für den Urlaub beladen werden muss – findet man mit dem Vorarbeiter der Baustelle sicherlich Lösungen. Man müsse nur rechtzeitig darüber reden.