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Einer für RB Leipzig?

Er würde passen. Dynamisch, physisch stark. Wechselt Dayot Upamecano also von Salzburg zum neuen RB-Vorzeigeteam nach Leipzig?

© dpa

Von Jens Marx

Leipzig. Mit Frankreichs Junioren gewann er 2015 die Europameisterschaft, auf der UEFA-Homepage wurde er in der Rubrik „Europas Wunderkinder“ vorgestellt. Und Clubs wie Manchester United oder Juventus Turin wollten ihn schon vor anderthalb Jahren verpflichten. Dayot Upamecano ist sicher das, was in vielerlei Hinsicht als großes Talent bezeichnet wird.

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... für eine starke Zukunft

Innenverteidiger, 1,85 Meter groß, 83 Kilogramm schwer, seine Spielweise wird als dynamisch und aggressiv beschrieben. Wie gemacht für RB Leipzig, könnte man denken. Seit Wochen wird über einen Wechsel des Abwehrspielers zum Sensations-Aufsteiger der Fußball-Bundesliga spekuliert.

Was nicht völlig verwundert: Damals, als sich Upamecano gegen deutlich renommiertere Vereine bei seinem Weggang vom FC Valenciennes in der französischen zweiten Liga entschied, war der jetzige Leipziger RB-Sportdirektor Ralf Rangnick involviert. Denn der Nachwuchsspieler heuerte beim FC Red Bull Salzburg an, und Rangnick war damals auch dort Sportdirektor.

„Ich habe zu der Zeit viel mit meinem Anwalt, mit meiner Mutter und meinem Vater überlegt. Das vorrangige Ziel war es zu spielen“, erklärte Upamecano, der zunächst noch im Farmteam in Liefering eingesetzt wurde, unlängst in einem Interview des Fachmagazins „France Football“.

In 15 der bisher 20 Meisterschaftsspiele von Meister Salzburg kam er zum Einsatz, er spielte 1329 von 1800 möglichen Minuten. Wenn er direkt zu einem großen Verein gewechselt wäre, hätte er nicht so oft gespielt, vermutete Upamecano, der gleich bei seinem Debüt in der österreichischen Bundesliga im März dieses Jahres mit über 70 Prozent gewonnener Zweikämpfe überzeugte.

Nach eigener Aussage ist sein Vertrag in Salzburg bis 2018 gültig. Erst recht für einen möglichen Wechsel von einem zum anderen RB-Verein dürfte das aber kein Hindernis sein. Er wäre ja auch nicht der erste, der von der Mozart- in die Bachstadt wechselt. Im Sommer waren auch Naby Keita und dann Verteidiger-Kollege Bernardo genau diesen Weg gegangenen und vor ihnen schon ein paar andere in den vergangenen vier Jahren.

Ein weiterer Spieler in der Abwehr mit Einsatzmöglichkeit auch im defensiven Mittelfeld würde Leipzigs RB-Trainer Ralph Hasenhüttl mehr Möglichkeiten geben. In der ersten Saisonhälfte war er immer wieder gezwungen zu improvisieren, nachdem sich zunächst Lukas Klostermann das Kreuzband gerissen und dann auch noch Bernardo am Knie verletzt hatte. Der Brasilianer kehrte zwar schon vor der Winterpause zurück, Klostermanns Comeback dürfte aber noch ein bisschen dauern.

Die Leipziger Verantwortlichen machten mehrfach ihre Strategie deutlich. „Es wird sicher nicht passieren, dass wir gezielt Spieler von auswärts holen, nur damit wir zwei mehr im Kader haben. Ich will aber nicht ausschließen, dass wenn ein Spieler in der Winterpause auf dem Transfermarkt schon zu haben wäre, den wir im Sommer sowieso gerne hätten, dass wir ihn dann nicht auch holen“, hatte Rangnick in einem dpa-Interview betont.

Allerdings könnte sich der Kader auch verändern, wenn Spieler den Verein verlassen. Der Amerikaner Terrence Boyd, der Grieche Kyriakos Papadopoulos, der Ungar Zsolt Kalmár sowie Rani Khedira und der im Sommer 2015 für angeblich acht Millionen Euro vom SV Werder Bremen zur RBL gewechselte Davie Selke sind mit ihren geringen Einsatzminuten nicht glücklich. Es könnte also Platz frei werden für das „Wunderkind“ aus Frankreich. (dpa)