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Meißen

Einfach Leute fragen, die sich auskennen

Ein Kommentar von Jürgen Müller über die Baupläne in Nieschütz.

Jürgen Müller ©  SZ-Fotomontage

Die geplante Erweiterung des Wohngebietes „Am Sand“ in Nieschütz könnte für die Gemeindeverwaltung in vielerlei Hinsicht ein Fiasko werden. Der Widerstand nicht nur der Bürger ist groß, auch wenn man bei der Versammlung am Montagabend schon den Eindruck hatte, dass auch individuelle Interessen eine große Rolle spielen. Doch die meisten Argumente, die vorgebracht wurden, sind nicht einfach vom Tisch zu wischen. 

Bemerkenswert ist, dass die Gemeinde bei der geplanten Bebauung gegen die eigenen Beschlüsse verstößt, wie das Amt für Kreisentwicklung feststellt. Und noch etwas Anderes könnte der Gemeinde auf die Füße fallen. Flächennutzungsplan? Brauchen wir nicht, kostet bloß Geld, hieß es immer. Jetzt brauchte man einen solchen Plan, um Baurecht schaffen zu können. Ob der Bau im Außenbereich dann genehmigt worden wäre, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Denn das Landratsamt listet noch viele weitere Gründe auf, die gegen eine Genehmigung sprechen. Vielleicht hätte man mal mit Leuten sprechen sollen, die sich in der Materie auskennen, ehe eine teure Planung in Auftrag gegeben wird.

Sollte das Vorhaben scheitern, gibt es mit Gemeinde, Investor und den privaten Grundstückseigentümern, deren Ackerland in Bauland umgewandelt worden wäre, drei große Verlierer, aber auch zwei Sieger. Zum einen sind das die Bürger, zum anderen die Natur. Denn ein weiteres Zupflastern der Landschaft würde dann verhindert.

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