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Einigung bei Mehrzweckhalle

Seit eineinhalb Jahrzehnten wird in Ottendorf-Okrilla um das Vorhaben gestritten. Jetzt konnte offenbar auch der letzte Knackpunkt beseitigt werden.

© Willem Darrelmann

Von Sebastian Kositz

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Wird nun doch noch alles gut? Nach jahrelangem Streit, unzähligen Debatten und immer neuen Reibepunkten bannt sich jetzt beim Dauerbrenner Mehrzweckhalle der endgültige Durchbruch an. Am Montag steht der gemeinsame Vertrag zwischen Ottendorf und dem Landkreis zur Errichtung der Halle erneut auf der Tagesordnung im Gemeinderat. Und aktuell sieht es sehr danach aus, dass das Gremium dem Papier zustimmen wird – und das Projekt endlich auf die Zielgerade schickt.

Zuletzt hatte es zwischen dem Ottendorfer Gemeinderat und der Landkreisverwaltung noch geknirscht, nachdem die Räte Anfang Januar dem Vertragswerk zwar grundsätzlich ihre Zustimmung in Aussicht gestellt hatten, zugleich aber auf die Zusage pochten, dass die Mehrzweckhalle so errichtet wird, dass sie später durch einen Anbau problemlos erweitert werden kann. Ein Anliegen, das in Bautzen auch vor dem Hintergrund der zurückliegenden Querelen nicht sonderlich gut ankam. Vize-Landrat Steffen Domschke (CDU) reagierte genervt, verwies äußerst polemisch darauf, dass eine Turnhalle kein Reihenhaus sei, das sich einfach so erweitern lässt.

Kompromiss in Sicht

In dieser Woche haben sich nun Steffen Domschke sowie Vertreter aus dem Ottendorfer Rathaus und aus dem Gemeinderat in Königsbrück getroffen. Dort steht bereits eine Zweifeldhalle, die der Landkreis errichtet hatte und die gewissermaßen auch als Vorbild für das Vorhaben in Ottendorf dienen könnte. Aus dem Umfeld war von einem konstruktiven Gespräch zu hören, beide Seiten hätten dabei auch den letzten Knackpunkt aus dem Weg räumen können. „Ich habe gegenüber der Gemeindeverwaltung einen Formulierungsvorschlag gemacht, der im Gemeinderat am Montag behandelt werden soll. Damit sollten dann hoffentlich alle Probleme ausgeräumt sein und unserseits einem Vertragsabschluss nicht mehr im Wege stehen“, erklärt Steffen Domschke auf Nachfrage. Der Kompromiss sieht offenbar so aus, dass der Kreis sich in dem Vertrag verpflichtet, das Grundstück so auszuwählen, dass dort später bei Bedarf ein weiterer Hallenneubau problemlos errichtet werden kann.

Brief an Gemeinderäte

Unterdessen hat sich aber auch noch einmal der Hermsdorfer Ortschaftsrat zu Wort gemeldet. In einem Brief an die Gemeinderäte appellieren die Hermsdorfer, dem Vertrag am Montag zuzustimmen. Der Bau einer Mehrzweckhalle war ursprünglich beim Zusammenschluss von Ottendorf und Hermsdorf Ende der 1990er Jahre auf Druck der Hermsdorfer fixiert worden. Doch aus verschiedenen Gründen war das Vorhaben nie zur Umsetzung gekommen. Ende 2013 hatten die Hermsdorfer deshalb sogar mit einer Klage gegen die Großgemeinde Ottendorf-Okrilla gedroht.

Nach jahrelangem Gezerre hatte sich vor einigen Jahren schließlich der Landkreis bereiterklärt, neben seiner Oberschule eine Turnhalle für den Sportunterricht zu bauen. Damit würde der Landkreis auch ein Großteil der Baukosten von den bislang geschätzten 4,6 Millionen Euro übernehmen. Die Gemeinde müsste nur für Extrawünsche wie die etwa 200 Zuschauerplätze und die Parkplätze vor der Halle zahlen. Stimm der Gemeinderat dem Vertrag am Montag zu, müsste der Landkreis im nächsten Schritt die Planungen anschieben und im Herbst die Fördermittel für das Vorhaben beantragen. Läuft alles nach Plan, könnten die Bauarbeiten im nächsten Jahr starten, mit einer Eröffnung der Halle wäre ab Ende 2017 zu rechnen.

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