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Bischofswerda

Einmal Strom tanken, bitte!

Die Batterien von Elektroautos können jetzt auch vor dem Neukircher Rathaus geladen werden. Die Gemeinde geht dabei mit gutem Beispiel voran.

Neukirchs Bürgermeister Jens Zeiler (vorn) und Gunnar Schneider von der Enso nahmen am Donnerstag die Stromtankstelle in Betrieb. Sie schließt eine Versorgungslücke im Oberland.
Neukirchs Bürgermeister Jens Zeiler (vorn) und Gunnar Schneider von der Enso nahmen am Donnerstag die Stromtankstelle in Betrieb. Sie schließt eine Versorgungslücke im Oberland. © Steffen Unger

Neukirch. Der regionale Energieversorger Enso verdichtet das Netz von Stromtankstellen für Pkw weiter. Gunnar Schneider, Leiter des Bereiches Kommunalvertrieb bei Enso, und Neukirchs Bürgermeister Jens Zeiler (CDU) nahmen am Donnerstag vor dem Rathaus der Oberlandgemeinde zwei Ladesäulen in Betrieb. Nutzen kann sie jeder, der ein Elektroauto fährt und die entsprechende App auf seinem Handy hat. Für das Tanken von Strom wird eine Pauschale von vier Euro pro Ladevorgang in Rechnung gestellt, sagte Enso-Pressesprecherin Gerlind Ostmann gegenüber der SZ. Wer sein Fahrzeug beispielsweise 30 Minuten lang lädt, kann bei einer Ladeleistung von 22 kW bis zu 80 Kilometer weit fahren.

Die Neukircher ist die 28. Stromtankstelle, die das Unternehmen Enso in Ostsachsen betreibt. Sie schließt eine Versorgungslücke im Oberland. Zwischen Bischofswerda und Sohland bzw. Schirgiswalde, wo es dieses Angebot bereits gibt, klafft auf der Karte der Bundesnetzagentur zur E-Mobilität bislang ein großes Loch. Das hat sich nun geändert. Die Neukircher Ladesäulen stehen ab sofort den Kunden zur Verfügung. Weitere Stromtankstellen in der Region Bischofswerda gibt es in Großharthau, Pulsnitz, Großröhrsdorf und Radeberg.

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Dass sich Neukirch als weiterer Standort empfohlen hat, sei in der engen Zusammenarbeit von Gemeinde und Enso begründet, sagte Bürgermeister Jens Zeiler. Erst vor einem Vierteljahr konnte er gemeinsam mit Gunnar Schneider auf dem Valtenberg eine Ladestation für E-Bikes in Betrieb nehmen. Auch beim kommunalen Fuhrpark setzt die Gemeinde auf neue, umweltschonende Antriebe. Zwei ihrer Fahrzeuge verfügen über einen Elektromotor – ein Kleinwagen, der vor allem für „Botenfahrten“ im Dorf genutzt wird, sowie ein Kleintransporter, den der Bauhof nutzt. Von nun an können auch die Batterien dieser Autos ganz praktisch vor dem Gemeindeamt geladen werden. Die Gemeinde Neukirch habe bisher gute Erfahrungen mit ihren beiden Elektroautos gemacht, sagte Jens Zeiler. Vor allem für Fahrten im Ort, der sich über fünf Kilometer entlang der B 98 zieht, seien diese Fahrzeuge ideal.

Laut Bundesnetzagentur sind in Sachsen rund 280 Ladestationen mit 700 Ladepunkten gemeldet – Tendenz steigend. Auch der Service wächst. Mittlerweile gibt es technische Lösungen, die zum Beispiel auf dem Smartphone anzeigen, welche Ladestation gerade frei ist und wo man am günstigsten auftanken kann, heißt es beim Unternehmen Enso. (SZ/ir)