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Einstimmung auf Olympia

Bobtalent Nico Walther war zu Gast in Riesa. Er sprach über seine Kleidung für die Winterspiele – und besondere Gewichtsprobleme.

© Sebastian Schultz

Von Dörthe Gromes

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Riesa. Viele Sportfans fiebern dem 9. Februar entgegen – dann werden die 23. Olympischen Winterspiele in Südkorea eröffnet. Am Montag bot sich für Riesaer Freunde des Bobsports die Gelegenheit, mit dem sächsischen Bobpiloten Nico Walther und seinem Trainer Gerd Leopold im Sportzentrum Olympia ins Gespräch zu kommen. Betrieben wird es von Leopold mit seinem ehemaligen Schützling Harald Czudaj, der es als Bobsportler 1994 schon auf das olympische Goldtreppchen schaffte. Rund 70 Leute folgten der Einladung. Wer mochte, konnte sich dazu koreanisches Essen wie Mandu-guk (Rindfleischbrühe mit Teigtaschen und Gemüse) oder Kkanpunggi (Hähnchenbrust mit fermentiertem Gemüse und Reis) bestellen und das in Korea populäre Hite-Bier kosten.

Der 27-jährige Athlet Nico Walther vom BSC Sachsen Oberbärenburg (Osterzgebirge) gilt als eines der größten Nachwuchstalente des deutschen Bob-Kaders. Die diesjährige Saison verlief für ihn bislang durchwachsen, neben mehreren Siegen im Zweier- und Viererbob musste er auch zwei Disqualifikationen verkraften. Sie erfolgten einmal aufgrund einem nicht hundert Prozent regelkonformen Maß des Bobschlittens, das andere Mal unterschritt das Sportgerät das vorgeschriebene Mindestgewicht von 210 Kilogramm. Gerd Leopold stellte die technische Komplexität dieses Sports vor, bei dem es neben der technischen Perfektion der Sportler sehr stark auf die eingesetzten Materialien, ihre Verarbeitung und Anwendung ankommt. Allein schon, welche Kufen auf welcher Bahn mit welchem Bob verwendet werden, ist eine Wissenschaft für sich.

Neben solchen Details, nach denen sich das Publikum erkundigte, wurde die Einkleidung der Athleten präsentiert. Leopold und Walther hatten eine Reihe an Kleidungsstücken der insgesamt etwa 30 Artikel umfassenden offiziellen Olympia-Ausstattung der deutschen Mannschaft mitgebracht. 2018 stammt die gesamte Ausstattung von Adidas. Wurden die deutschen Athleten 2014 in Sotschi noch von der Firma Bogner in farblich recht schrille Anzüge gepackt, setzt Adidas in diesem Jahr auf einfarbige Kleidung in überwiegend gedeckten Farben und elegant-sportlichem Schnitt. So gibt es zum Beispiel graue, schmal geschnittene Parkas, orangefarbene Mützen und rote Wintersporthosen. Allerdings lag die Rolle als Model weder Walther noch Leopold sonderlich – so ging es schnell wieder ums Sportliche.

Bundestrainer Leopold erzählte anhand von Fotos von seiner Vorabbesichtigung der Sportstätten und Unterkünfte in Alpensia, das zum Austragungsort Pyeongchang gehört. Mit dem Zug ist er etwa drei Stunden von der Hauptstadt Seoul entfernt und liegt in einer bergigen Gegend. Gerd Leopold lobte die sehr gut durchdachte Anlage und betonte, dass die Koreaner großen Wert auf Ordnung und Sauberkeit legen würden. Auch seien es nur zehn Minuten von den Unterkünften zur Bobbahn. Laut Walther ist es eine „sehr schöne, schnelle und anspruchsvolle Bahn.“ Auch seien die Südkoreaner seit längerem im Bobsport aktiv, allerdings würde Wintersport in Asien generell nur eine marginale Rolle spielen. Durch die Austragung der Olympischen Winterspiele hofft man, diesen Sportarten dort zu mehr Popularität zu verhelfen.

Die Organisation eines Megaevents wie Olympia stellt sowohl Veranstalter als auch Athleten und ihre mitreisenden Betreuer vor große logistische Herausforderungen. „Olympia wird immer größer und immer schwieriger zu organisieren“, merkt Leopold an. Das mindere schon den Spaß an der Sache für alle Beteiligten.

Weiterhin wurden die engmaschigen Dopingkontrollen thematisiert. So muss den Kontrolleuren der Aufenthaltsort der Athleten während der Wettkämpfe stets bekannt sein, um sie jederzeit – mitunter sogar in der Nacht – überprüfen zu können. Und auch während der Trainingsphasen in Deutschland müssen die Athleten den Kontrolleuren zu einer festgesetzten Stunde für eine mögliche Überprüfung zur Verfügung stehen. Nico Walther hat sich für die Zeit zwischen 6 und 7 Uhr morgens entschieden, „denn da ist die Chance am größten, dass ich ohnehin zu Hause bin,“ erzählt der Sportler. Am kommenden Sonnabend bricht er nach Südkorea auf, um sich zu akklimatisieren und optimal auf die Wettkämpfe vorzubereiten.