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Eiscreme auf vier Rädern

Pau-Pau-Eis ist in ganz Dresden bekannt. Jetzt verkaufen eine Spanierin und ein Mexikaner an einem besonderen Ort neue Kreationen.

© Sven Ellger

Von Steffi Möhle

Genieß‘ die Heimat mit Oppacher!

Im grünen Herzen des waldreichen Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland sprudelt ein ganz besonderer Schatz: Oppacher Mineralwasser, das überall dort zu Hause ist, wo Menschen ihre Heimat genießen.

Es steht eine lange Schlange vor einem alten Citroen-Bus. An der Ecke Schönfelder-/Talstraße liegt inmitten der Häuser noch ein kleines, grünes Idyll. Kinder krabbeln über den Rasen, und Studenten lümmeln auf Sitzsäcken. Musik liegt in der Luft. Ab und an wird das heitere Geschehen von genussvollen Seufzern unterbrochen – in der Hand haben alle ein Eis.

Seit knapp drei Wochen verkaufen die Spanierin Vanessa Bravo und der Mexikaner Armando Reyes ihr mittlerweile stadtbekanntes Pau-Pau-Eis im eigenen Garten. Das Gelände in der Neustadt ist erst einmal nur für diesen Sommer angemietet. „Wir sind überglücklich. Damit haben wir uns einen Traum erfüllt“, sagt Vanessa Bravo. Vor einem Jahr kaufte sich das Paar einen heruntergekommenen Citroen-Bus. Mithilfe von Freunden brachten beide ihn wieder auf Vordermann. Jetzt wird daraus täglich von 12 bis 20 Uhr Eis verkauft. „Wir wollten Strandgefühl, wie in unserer Heimat. Da wird das Eis auch immer aus dem Auto verkauft“, erzählt die 34-Jährige. Und sie hat mehr ehrgeizige Ziele: „Wir wollen künftig selbst gemachte Limonade und frisch gepresste Säfte anbieten – vielleicht auch noch Kuchen“, erklärt Vanessa Bravo.

Doch beliebt und besonders sind vor allem die ausgefallenen Eissorten, die hier im Becher, der Waffel oder am Stiel verkauft werden. „Alle zwei Wochen bieten wir andere Variationen an, die es auch nur hier gibt. Wir wollen immer etwas Neues ausprobieren“, erklärt Armando Reyes. Im Moment wird unter anderem die Sorte Honig mit Rosmarin-Orange angeboten – der Honig kommt direkt aus der Neustadt. Dulce de Leche ist eine weitere Geschmacksrichtung und erinnert an karamellisierte Kondensmilch. Die Tage sind bei so vielen kreativen Ideen lang für die jungen Eltern. Immer dabei sind der dreijährige Alejandro und die neun Monate alte Carmen. „Da ist der Garten ganz praktisch. Die Kinder haben viel Spaß hier und sind an der frischen Luft“, schwärmt Vanessa Bravo. Die Familie kommt trotz der ganzen Arbeit nicht zu kurz. „Es ist uns wichtig, am Abend gemeinsam zu essen – das ist ein Muss“, sagt sie. Danach setzt sich Armando dann an neue Sorten und produziert das Eis. Das braucht viel Zeit. „Wir müssen Zitronen pressen, Ingwer reiben und die Toppings für den Gartenverkauf machen – das ist ja alles Handarbeit“, sagt Vanessa Bravo.

Sie kam vor 14 Jahren als Sprachdozentin an die TU. Der studierte Hotelmanager verließ vor zwölf Jahren seine Heimat Mexiko. In Dresden begegneten sie sich und wurden 2009 ein Paar. Die Liebe zum Eis begann drei Jahre später mit der Idee, eine eigene kleine Manufaktur auf der Dohnaer Straße zu eröffnen. Hier produzieren sie mittlerweile bis zu 300 Kilo Eis pro Woche und beliefern ausgewählte Läden. Hinzu kommt der Sommergarten. Da bleibt viel zu tun. „Wir arbeiten im Moment Tag und Nacht“, erzählt Vanessa Bravo. „Aber wenn wir direktes Feedback von den Gästen im Garten bekommen und sehen, dass unser Eis so gut ankommt, dann vergessen wir all die Arbeit.“ Unterstützt wird das Paar über den Sommer aber von fünf Mitarbeitern.

Ob für den nächsten Sommer der Mietvertrag des Geländes verlängert werden kann, ist unklar. „Hierbleiben wäre ein Traum. Aber wir leben in diesem Moment, auch wenn wir wissen, dass der Stand hier ein Ende haben wird. Wir genießen es einfach“, sagt Vanessa Bravo. Erst einmal gibt es Pläne für den Winter. Dann erholen sich alle vier und besuchen Armandos Familie in Mexiko. „Er war jetzt schon drei Jahre nicht mehr zu Hause. Und unsere kleine Carmen hat die Familie auch noch nicht kennengelernt“, erzählt Vanessa Bravo. Dafür muss noch ordentlich gespart werden. Denn viel verdienen die beiden nicht. „Unser Eis ist verhältnismäßig teuer. Die Verpackung ist kompostierbar, alles ist bio und selbst gemacht. Aber die Kunden verstehen und schätzen das. Und wir sind auch zufrieden mit dem, was wir haben – wir brauchen nicht mehr“, sagt sie freudestrahlend.