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Eisenbahnbrücke wird breiter

Noch laufen die Vorbereitungen für den Aufbau der ersten Hälfte der neuen Brücke. Im Sommer informiert die Bahn vor Ort.

© Norbert Millauer

Von Ines Scholze-Luft

Coswig/Radebeul. Was haben die denn an der Brücke gemacht, als kürzlich die Ampel auf der Meißner Straße stand? Müssen sich Autofahrer bald wieder auf eine Ampel oder gar Sperrung einrichten? Was wird mit den großen hellen Steinen auf der Brückenseite an der Straßenbahnhaltestelle?

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Damit alles sicher ist, verhindern auch Betonblöcke ein Nachrutschen des Erdreichs.
Damit alles sicher ist, verhindern auch Betonblöcke ein Nachrutschen des Erdreichs. © Norbert Millauer

Die Baustelle an der Eisenbahnbrücke auf der Stadtgrenze zwischen Coswig und Radebeul beschäftigt die Gemüter, da wird schon mal in der SZ-Redaktion nachgefragt. Tausende fahren täglich dort vorbei, froh darüber, dass die Tempo-30-Beschränkung nur in der Arbeitszeit der Brückenbauer gilt, montags bis freitags, 6 bis 19 Uhr. Das soll möglichst so bleiben, sagt Kay Müller, Leiter Technik der DB Netz AG. Die Nachtarbeit wird auf ein Mindestmaß beschränkt, schon wegen der Wohnbebauung, erklärt der für das Projekt Zuständige.

Noch in anderer Hinsicht hat Kay Müller gute Nachrichten. Große Verkehrsbehinderungen soll es erst mal nicht geben. Außer dass die Straße eventuell kurzzeitig verengt werden muss. Mit mehr Einschränkung sei erst wieder im Herbst zu rechnen.

Allerdings kann es in Kürze tagsüber etwas lauter werden. Durch eine neue Maschine auf der Baustelle, das Bohrpfahlgerät. Eine Art Riesenbagger, mit einer Drehvorrichtung, die Erde aus dem Boden holt. In das Loch kommt ein leerer Stahlmantel, da hinein ein Stahlkorb und Beton. Dann wird der Stahlmantel entfernt – fertig ist der Bohrpfahl von rund einem Meter Durchmesser als Teil des Brückenfundaments. Etwa 17 Meter reicht er hinunter. Eine Flachgründung wäre nicht tragfähig, sagt Kay Müller.

Schon beim Untersuchen der Baugrube musste tief gebohrt werden. Tief hinab reichen auch die Stahlspundwände, die dicht neben den Gleisen eingebracht wurden. 22 Meter lang, verschwinden sie großteils im Boden, sind aus Richtung Coswig aber auf beiden Seiten der Brücke gut zu erkennen. Als Verbau für die neue Brücke sollen sie das Nachrutschen von Erdreich verhindern. Denn ein Teil des Bahndamms ist abgetragen. Damit sich auf dieser Seite nichts verschiebt und Arbeiter und Gleise gefährdet, sichert ein querliegender Stahlträger als Rückverankerung die Spundwand gegen das Wegdrücken.

Wegen der Stabilität sind auch die großen weißen Betonquader an der Straßenbahnhaltestelle da. Ebenso gleich daneben die noch stehende Flügelmauer der Brücke. Auf der anderen Straßenseite ist sie schon abgebaut. Dafür wurde dort die alte Steinwand noch einmal gesichert – deshalb die Ampel auf der Meißner Straße.

Das alles sind Vorbereitungen für den Brückenbau an sich, erklärt Kay Müller. Damit das Bohrpfahlgerät anrücken kann und bis Juni alle Pfähle im Boden sind. Für die erste Hälfte der neuen Brücke, die neben der Bestehenden wächst. Geplant bis Jahresende, 2019 folgt das neue Gleis. Die Züge fahren dieses Jahr noch auf der alten Brücke. Sie wird erst 2019 komplett abgerissen, die Stahlteile eingeschmolzen. Auch die Steinwände verschwinden. Die Neue wird aus Beton und neun Meter breiter sein, aber auch nur mit zwei Gleisen. Die allerdings etwas weiter voneinander entfernt als bisher. Für eine günstigere Weichenkonstellation, einen entspannteren Bahnverkehr auf der Brücke. Und mit Platz für einen Zwischenraum, der mehr Helligkeit unter das Bauwerk bringt.

Bisher liegen die im Januar gestarteten Arbeiten im Plan, sagt Kay Müller. Alles passt, im Boden sei nichts Bedenkliches gefunden worden. Ist der Bau noch etwas fortgeschritten, will die DB Netz AG für Interessierte eine Baustelleninformation vor Ort anbieten, voraussichtlich Mitte/Ende August. Da kann man dann seine Fragen direkt beim Bauherren loswerden.