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Löbau

Eine neue Königin für die Eisenbahnfreunde

Die Osef haben eine DDR-Kultlokomotive gekauft. Sie wird das Prachtstück der Maschinenhaustage am Wochenende. Bis sie wieder fährt, dauert's aber noch einige Jahre.

Unter den wachsamen Augen von "Lokführer" Alfred Simm (Mitte) polieren die Eisenbahnfreunde René Hockert und Maximilian Schöne (r.) ihr neues Schmuckstück auf Hochglanz.
Unter den wachsamen Augen von "Lokführer" Alfred Simm (Mitte) polieren die Eisenbahnfreunde René Hockert und Maximilian Schöne (r.) ihr neues Schmuckstück auf Hochglanz. © Foto: Markus van Appeldorn

Zu den Maschinenhaustagen der Ostsächsischen Eisenbahnfreunde (Osef) heißt das Motto immer: Raus an die Sonne mit den Prachtstücken! Am Wochenende wird das Löbauer Depot wieder zum Mekka der Eisenbahnfreunde. Um ein besonderes Prachstück zu präsentieren, waren in den letzten Tagen viele Stunden Handarbeit und etliche Liter Politurpaste nötig. Denn die Lokomotive, um die es geht, war erst am 27. April in Löbau eingetroffen.

Die V 180 war die Königin der Diesellokomotiven der Deutschen Reichsbahn der DDR. Unter Eisenbahnfans genießt die Maschine im Industriestil der 60er-Jahre Kultstatus. Die Osef konnten jetzt eine der letzten Loks dieser Art erwerben - und zeigen sie erstmals bei den Maschinenhaustagen. "Sie kommt sozusagen als Wachablösung", sagt Osef-Chef Alfred Simm. Denn schon seit vielen Jahren besitzt der Verein ein nicht betriebsbereites Ausstellungsstück dieses Typs als Dauerleihgabe des Museums der Deutschen Bahn in Nürnberg. Ursprünglich wollte der Verein diese Lok, die einst als erste ihrer Baureihe in der Oberlausitz beheimatet war, sogar wieder flott machen und betreiben. Aber die Bedingungen der Deutschen Bahn waren unannehmbar. "Wir sollten alle Aufwendungen selbst bezahlen, aber von den Erlösen bei Sonderfahrten 75 Prozent an das Museum abgeben", sagt Simm.

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So kam die 50 Jahre alte V 180 vor zwei Wochen nach Löbau. Mittlerweile ist sie aufpoliert.
So kam die 50 Jahre alte V 180 vor zwei Wochen nach Löbau. Mittlerweile ist sie aufpoliert. © Foto: Ostsächsische Eisenbahnfreunde

Also schaute sich der Verein nach einer anderen Lok diesen Typs um. Bei der Mitteldeutschen Eisenbahngesellschaft in Zschkopau wurde man schließlich fündig. Dort war die Lok seit 2010 abgestellt. "Da hatte sie unter freiem Himmel schon ziemlich Moos angesetzt", sagt Alfred Simm. Zwei Tage Arbeitseinsatz mit Dampfstrahler und Politur ließen sie wieder neu erstrahlen. "Auch die Hinterlassenschaften einer Marderfamilie haben wir rausgeholt", sagt er. Noch ist auch diese V 180 nicht betriebsfähig. "Aber wir haben Ersatzteile und wollen sie preisgünstig komplettieren", verspricht der Osef-Chef. Bis die 50 Jahre alte Diesellady mit ihren 2.400 PS aber wieder aus eigener Kraft rollt, werden noch Jahre vergehen. "Wenn unsere Dampflok wieder da ist, müssen wir erst mal unsere Reisezugwagen zur Hauptuntersuchung schicken", sagt Simm. Das kostet alles - viel mehr als noch vor einigen Jahren. "Firmen, die wir einst am Überleben gehalten haben durch unsere Spinnereien, sind heute so begehrt, dass sie uns nicht mehr so tolle Preise machen können", beschreibt Simm die Schattenseite des Umstandes, dass historische Eisenbahnen wieder sehr gut ankommen.

Jetzt aber freut er sich erst mal, bei den Maschinenhaustagen gleich zwei der kultigen V 180 zeigen zu können und für Fans begehbar zu machen. Denn die Dauerleihgabe des Bahnmuseums ist zum Fest natürlich auch aus ihrer Görlitzer Remise gerollt. Die Maschinenhaustage steigen am Sonnabend und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro für Erwachsene und zwei Euro für Kinder.

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