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Eisige Rückblicke

Der März bescherte Zinnwald gleich zwei Kälterekorde. Trotzdem fehlte etwas für ein perfektes Winterwetter.

© Egbert Kamprath

Von Sebastian Wetzel u. Norbert Märcz

Zinnwald. Gleich mit Beginn des Monats März wurde in Zinnwald-Georgenfeld ein Temperaturrekord gebrochen. Noch nie seit Messbeginn 1971 wurden an einem 1. März minus 16,5 Grad Celsius gemessen. Alle Wettervereinsstationen hatten ihre kälteste Nacht des Monats. Dazu schien im Landkreis die Sonne am 1. Lenztag zehn Stunden lang.

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© Koerner, Heidemarie

Um den 6. war es durch eine sogenannte Troglage (Tief Wiebke) trüb, nass und sehr windig. Die Niederschläge in Zinnwald erreichten bemerkenswerte 10,1 Millimeter auf den Quadratmeter. Die Schneehöhe kletterte auf 20 Zentimeter (7./8.). Auch im Tiefland blieb der Schnee kurzzeitig liegen. Doch es folgte eine starke Erwärmung zum und um den 11. März mit viel Sonne und Mittelmeerluft, sodass an diesem Tag alle Stationen ihre Monatshöchstwerte registrierten. Selbst nachts sanken die Temperaturen in Zinnwald nicht unter null Grad. Außerdem gab es vom 12. bis 17. anhaltende Niederschläge, die bis zum 15. auch flüssig waren. Die Schneedecke taute dahin. Aber zum Freitag, 16. März, machte sich „Hoch Irenäus“ über Mitteleuropa breit: Es wurde windig, anfangs regnete es, und ab Nachmittag schneite es selbst im Tiefland. Am Samstag betrug die Schneehöhe elf Zentimeter, und mit minus zehn Grad war es selbst für Zinnwalder Verhältnisse kalt. Am Sonntag wurde es so richtig kalt. Die Schneewehen waren in Köttewitz bis 1,40 Meter hoch, und alle Stationen, welche erst nach 1956 eine Messreihe haben, meldeten am Morgen des 19. neue Tiefsttemperatur-Rekorde. In Zinnwald gab es noch nie an einem 19. März minus 14,7 Grad. Das bedeutete den zweiten Kälterekord im März 2018.

Die letzte Märzdekade zeigte endlich eine Tendenz zum Frühling mit schneelosem Tiefland und Höchsttemperaturen in Zinnwald von mehr als null Grad. Hier wechselten sich auch immer noch die Aggregatzustände des Niederschlags ab. Die Schneehöhe an der Wetterwarte sank von 20 Zentimeter am 21./22. März auf drei Zentimeter (durchbrochen) am letzten Märztag.

Der Monat fiel in Zinnwald 2,2 Grad Celsius zu kalt aus, hingegen in Dohna nur 1,6 Grad Celsius, in Köttewitz sogar um 2,8  Grad Celsius. Im Georgenfelder Niederschlagsmesser befanden sich 79 Prozent vom für den März üblichen Mittelwert. Somit fiel der März leicht zu trocken aus. An den übrigen Stationen wichen die Niederschlagssummen kaum voneinander ab. Bemerkenswert ist allerdings der Unterschied bei der Abweichung vom langjährigen Mittel mit 66 Prozent (Bannewitz) und 87 Prozent (Dohna). Auch die Sonne war unterschiedlich verteilt. In Dohna schien sie acht Prozent über dem Soll, den Zinnwaldern hätten 20 Prozent mehr zugestanden.

Die Autoren sind Mitglieder im Wetterverein Zinnwald-Georgenfeld.