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Eiskalte Übung

Wie rettet man Menschen, die im Eis eingebrochen sind? Am Kristýna-See hat die Feuerwehr den Ernstfall geübt.

© Rafael Sampedro

Von Rolf Hill

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Hrádek. Es herrscht eine besinnliche Ruhe am Sonnabendvormittag am zugefrorenen Kristýna-Sees am Rande der Nachbarstadt Hrádek nad Nisou. Da wird die Idylle durch kräftige Schläge auf die Eisfläche unterbrochen. Bewegung kommt in die Szenerie. Männer in leuchtender Einsatzkleidung hacken an mehreren Stellen ein paar Löcher in die offensichtlich recht stabile Eisdecke. Was hier passiert? Der Kristýna-See ist Schauplatz für den praktischen Teil einer Ausbildungsübung tschechischer und deutscher Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren. Sie haben am Sonnabend geübt, wie man verunglückte Personen aus dem Eis von Gewässern rettet.

Mancher kennt aus Kindertagen vielleicht Friedrich Gülls Geschichte vom „Büblein auf dem Eis“. Und nicht ohne Grund warnt auch die Stadtverwaltung von Hrádek nad Nisou seit Längerem eindringlichst vor dem Betreten der unsicheren Eisfläche hier.

Die Instrukteure des Wasserrettungsdienstes (VPZS) Liberec, die schon im Depot eine theoretische Schulung vermittelten, überprüfen noch einmal, dass alle Sicherheitsbestimmungen eingehalten sind. Jaromir Mottl hat derweil eine kurze Atempause. „Wir führen die Ausbildung an drei Stationen durch“, sagt der Kommandant der hiesigen Wehr und Offizier der hauptamtlichen Kräfte in Liberec. Die erste Station ist das flache Gewässer, wo die eingebrochene Person noch Bodenberührung hat. Dabei kann der gesicherte Retter selbst einsteigen. Zweite Station ist das tiefe Wasser. Hier schiebt sich der Retter mithilfe einer Leiter, die am Tau befestigt ist, zur Unfallstelle vor. Dritte und letzte Aktion ist die Bergung aus tiefem Wasser ohne technische Hilfsmittel. Der von seinen Kameraden durch ein Seil gesicherte Feuerwehrmann muss sich hier also mehr oder weniger auf seine eigenen Körperkräfte verlassen, um das Unfallopfer zu bergen. Anderenfalls könnte er sogar von diesem in Panik selbst in das Eisloch gezogen werden.

„Das ist schon der dritte Teil unserer gemeinsamen Ausbildung zur Wasserrettung“, berichtet Jörg Finger vom Kreisfeuerwehrverband Görlitz. Er ist für die deutsche Seite der Koordinator des Förderprojekts „Vier Städte retten über die Grenze“. In den vergangenen drei Jahren wurde durch diese Förderung neben den gemeinsamen Ausbildungen zum Beispiel auch die Kinder- und Jugendarbeit unterstützt. Auch verschiedene Investitionen, darunter die Drehleiter der Zittauer Kameraden, konnten damit umgesetzt werden. „Es ist für uns inzwischen selbstverständlich geworden, dass wir uns in der Not gegenseitig helfen“, sagte Jaromír Mottl vergangenes Jahr zur Einweihung.