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Eislaufen künftig auf dem Demianiplatz?

Die Eisbahn auf dem Görlitzer Obermarkt wird sehr gelobt. Aber es gibt schon andere Ideen für ihren Standort.

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© Nikolai Schmidt/nikolaischmidt.de

Von Daniela Pfeiffer und Matthias Klaus

Görlitz. Der Zuspruch der Görlitzer zu ihrer neuen Eisbahn ist ungebrochen. Auch zum Wochenstart kamen wieder Eislauffans auf die 15 mal 20 Meter große Bahn auf dem Obermarkt. Offensichtlich wurde der Standort gut gewählt. Es gibt auch andere Ideen. Seilermeister und CDU-Stadtrat Helmut Goltz findet die neue Eisbahn ebenfalls gut. Aber ob der Standort Obermarkt wirklich der günstigste ist? „Ich könnte mir vorstellen, die Bahn im kommenden Jahr auf dem Demianiplatz aufzubauen“, sagt er. Seine Begründung: Görlitz sei ja schließlich nicht nur der Obermarkt. Auf dem Demianiplatz könnte die Eisbahn als eine Art verbindendes Element zwischen den Stadtteilen wirken. „Ich habe mich mit Bürgermeister Michael Wieler bereits in Verbindung gesetzt“, sagt Helmut Goltz.

Auch im jüngsten Stadtrat war die Eisbahn am Donnerstag Thema. Der Görlitzer Jens Jäschke regte an, die Bahn im kommenden Jahr tiefer in der Altstadt aufzubauen. „Meine Idee ist, sie an der Peterskirche aufzubauen und diesen um diese Zeit oft tristen Teil gleichzeitig einzubeziehen, vielleicht sogar ergänzt um eine Krippenausstellung in der Peterskirche.“ Und überhaupt, wie kompensiere die Stadt eigentlich den Ausfall von 10 000 Euro Parkgebühren, die durch den Wegfall der Parkflächen auf dem unteren Obermarkt über Wochen wegfallen? „Warum kauft man eigentlich so eine teure Bahn, wenn vorher schon klar ist, dass es ein Minusgeschäft wird. Hier geht es immerhin um städtische Gelder.“ Um den Schlesischen Christkindelmarkt noch attraktiver zu machen, so die Antwort von Bürgermeister Michael Wieler. „Wir sind davon überzeugt, dass Görlitzer und Touristen die Eisbahn als Bereicherung empfinden.“ Der Christkindelmarkt soll noch stabiler werden, noch weiter ausgebaut werden. Auch der Standort der Eisbahn ist somit schnell erklärt: um die zwingend nötige wirtschaftliche Einheit mit dem Christkindelmarkt zu haben. Vom Erlebniszusammenhang spricht Wieler. Von der Hoffnung auf mehr indirekte Einnahmen – generell im Einzelhandel oder der Gastronomie – eben durch einen noch attraktiveren Christkindelmarkt. Das soll ein Stück weit auch die ausfallenden Parkgebühren kompensieren. „Bei besseren räumlichen Voraussetzungen hätten wir sie gern tiefer in der Altstadt gehabt.“

Wieler wurde auch nicht müde, noch einmal den Unterschied zwischen der Eisbahn, die es auf der Elisabethstraße gegeben hatte und der neuen auf dem Obermarkt, zu erklären. Die eine war gemietet, die neue ist gekauft. Die Stadt habe ihre Lehren aus den Erfahrungen des Betreibers der ersten Eisbahn gezogen, zuallererst, dass mieten deutlich teurer als kaufen ist. Auf längere Sicht. „Und ob wir wirklich ein Minus einfahren? Da wollen wir mal etwas optimistisch sein. Zumindest ist uns seitens der Bevölkerung ein großes Interesse bekundet worden.“

Oberbürgermeister Siegfried Deinege kündigte an, es werde nach der Eisbahn-Premiere auf dem Obermarkt eine Auswertung geben. Dann werden auch die Vorschläge für andere Standorte diskutiert, die es gebe.