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Sport

Eislöwen droht das Saisonende

Auch im dritten Halbfinale der Deutschen Eishockey-Liga 2 scheint Dresden den Löwen Frankfurt ebenbürtig zu sein, verliert aber wieder deutlich. Nun geht es am Dienstag um alles.

Schon nach der 1:5-Niederlage gegen Frankfurt am Freitag gingen die Eislöwen um Jordan Knackstedt (l.) und Jordan Heywood enttäuscht vom Eis. An diesem Gemütszustand änderte sich auch am Sonntag nichts. Da setzte es ein 4:7 in der Mainmetropole. Nun droht ©  dpa/Robert Michael

Es schien der Abend der Eislöwen zu werden, doch am Ende gingen die Dresdner in Frankfurt am Main tief enttäuscht vom Eis. 4:7 (3:3, 0:2, 1:2) hieß es am Sonntagabend nach intensiven 60 Minuten, was den gastgebenden Löwen einen fast schon uneinholbaren 3:0-Vorsprung in der Best-of-7-Halbfinalserie der Deutschen Eishockey-Liga 2 bescherte. „Es ist einfach sehr ärgerlich“, lautete das Fazit von Trainer Bradley Gratton. „Wir sind gut gestartet und in Führung gegangen. Doch dann haben wir den Faden verloren und ihn nicht wiedergefunden.“

Tatsächlich lief es für sein Team anfangs wie gemalt. Schon in der fünften Minute gelang Kapitän Thomas Pielmeier das 1:0 für die Dresdner. Als im ersten Überzahlspiel der Gäste nur drei Minuten später sogar das 2:0 durch Harrison Reed fiel, bei dessen Schuss Pielmeier dem Frankfurter Torhüter die Sicht nahm, schien der erhoffte Auswärtssieg durchaus realistisch zu sein – allerdings nur für etwa 70 Sekunden.

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Denn schon da gelang dem Hauptrundensieger der Anschluss. Und die Eislöwen wollten es den Frankfurtern noch einfacher machen. Erst musste Aleksejs Sirokovs für zwei Minuten auf die Strafbank (11.). 20 Sekunden später folgte ihm René Kramer. Diesen Härtetest überstanden die Dresdner zwar, aber er reichte ihnen noch nicht. Als Kramer nur noch zwei Sekunden abzubrummen hatte, kehrte Sirokovs hinter die Plexiglasscheibe zurück.

Kramer verabschiedete sich, fing einen Frankfurter Pass ab und stellte in Unterzahl den alten Abstand wieder her (13.). Allerdings sorgte das nicht für Sicherheit. Nur eine Minute später musste Verteidiger Sebastian Zauner zu Sirokovs auf die Bank, und nun nutzten die Frankfurter ihren personellen Vorteil gnadenlos aus. 14 Sekunden nach der Strafe gegen Zauner verkürzten die Hessen. Nach weiteren 26 Sekunden glichen sie aus.

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Ehe dieser Treffer tatsächlich anerkannt wurde, vergingen jedoch noch dreieinhalb Minuten. Zwar hatte der Torschütze Mathieu Tousignant den Puck bereits hinter der Linie gesehen, doch erst bei der nächsten Unterbrechung sahen sich die Schiedsrichter die Szene am Videotisch noch einmal genauer an – und teilten Tousignants Ansicht. Somit ging auch Pielmeiers Pfostentreffer in der 17. Minute nicht in die Statistik ein, weil die nach dem 3:3 noch absolvierte Spielzeit wiederholt werden musste. Auch in der Wiederholung hatten die Eislöwen Pech. Topscorer Jordan Knackstedt traf in der tatsächlich zählenden 16. Minute ebenfalls nur den Pfosten.

Kramer hadert mit Schiedsrichtern

Für Kramer lag ein Grund dieses ungünstigen Spielverlaufs in der neuen Schiedsrichterpaarung. Die hätte am Sonntag eine andere Linie verfolgt. „Wir mussten uns umstellen“, sagte er. Das gelang offensichtlich vor allem im ersten Spielabschnitt nicht, im Mitteldrittel schien sich das zu ändern. Die Eislöwen zeigten sich disziplinierter und mussten in Person von Tim Heyter nur einmal auf die Strafbank. Doch die eigenen drei Überzahlgelegenheiten wussten sie nicht zu ihren Gunsten zu nutzen. Stattdessen zogen die Gastgeber das Tempo wieder an und gingen mit einem Doppelpack in der 32. und 34. Minute erstmals an diesem Abend in Führung.

Schon da sah es nicht mehr danach aus, als könne das Gratton-Team in der Gesamtwertung verkürzen. Doch im Schlussdrittel keimte kurzzeitig Hoffnung auf, als Nick Huard im Powerplay das 4:5 (48.) gelang. Im Drang, den Ausgleich zu erzielen, fingen sich die Dresdner aber einen Konter ein, und Frankfurt lag wieder mit zwei Treffern vorn (50.). Da Huard anschließend erst aufgrund übertriebener Härte und wenig später wegen Beschimpfung der Schiedsrichter vom Eis musste, war es für Frankfurt nicht mehr sehr anspruchsvoll, mit dem 7:4 in der 53. Minute die Moral der Gäste endgültig zu brechen.

Und so haben die Eislöwen laut Gratton nun am Dienstag ab 19.30 Uhr „wieder ein Alles-oder-nichts-Spiel vor der Brust“.

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